"Visionen" sind unerlässlich

Starnberg – Optimale und ganzheitliche Lösungen für Starnberg formulieren – und dann schauen, was umsetzbar ist. Für die Wählergemeinschaft Pro Starnberg ist ein Gesamtplanungskonzept für eine zielgerichtete Stadtentwicklung unerlässlich – unter Berücksichtung von räumlichen, regionalen, wirtschaftlichen, sozialen, ökologischen Gesichtspunkten - und eben auch infrastrukturellen, sprich Verkehr. Der WPS-Vorsitzende Günther Picker zitierte Professor Berhard Winkler, weltweit einer der renommiertesten Stadtplaner der TU München und wohnhaft in Starnberg: „Erst muss die Drecksarbeit (sprich Verkehrssperrung und –ableitung) erledigt werden und dann kann man mit der Möblierung, das heißt der bürgerfreundlichen Gestaltung der Stadt, beginnen.

Deshalb sieht es die WPS als unerlässlich an, beim Stadtentwicklungsprozess auch „Visionen“ wie eine unterirdische Seeanbindung oder eine Ostumgehung mit aufzunehmen. Der WPS-Vorstand findet es unverständlich, dass die von der Stadt beauftragte Planerin die oben genannten zwei Themen ausklammern will – und die Rathausverwaltung sie auch noch machen lässt. Und das, obwohl die WPS ausdrücklich per Protokoll darauf hinweisen ließ, dass bei der Erarbeitung des Stadtentwicklungsplanes alle vom Stadtrat bereits gefassten Beschlüsse - B-2-Tunnel und Westumfahrung sowie zur Seeanbindung und weiterer für die Stadt wichtiger Projekte wie der Ostumfahrung - zu beachten seien. „Ein Stadtentwicklungsplan ohne Berücksichtigung der alternativen Verkehrslösungen (Tunnel – Tunnel plus Umfahrung – nur Umfahrung) oder der Seeanbindung mit Alternativen ober- und unterirdische Gleisführung macht keinen Sinn“, so der WPS-Vorstand. Diese unflexible Vorgehensweise würde keine Lösungen für eine nachhaltige Stadtentwicklung ergeben. „Damit wird der Stadtentwicklungsplan scheitern und ist das Geld nicht wert“, kritisiert der WPS-Vorstand. Laut der Gruppierung sieht Planerin Andrea Gebhard allerdings keinen Anlass, Seeanbindung oder Ostumfahrung mit ein zu beziehen. Kopfschütteln ruft bei der Gruppierung auch hervor, dass Bürgermeister Ferdinand Pfaffinger und Stadtbaumeister Stephan Weinl auf Nachfrage die Vorgehensweise der Planerin so in Ordnung halten. Zwar hätten sie die Ausklammerung nicht in Auftrag gegeben, hielten sie aber für vernünftig, weil hierzu ja bisher nichts Konkretes vorliege, sie sich strikt neutral verhalten und dieses deshalb auch nicht monieren würden, zitierte die WPS die Begründung der Rathausspitze. „Bürgermeister und Stadtbaumeister übersehen völlig, dass sie als Auftraggeber auf Einhaltung des Auftragsumfangs zu achten und bestehen haben“, so Günther Picker. Er fragt sich nun mit seinen Vorstandskollegen, wie dann ein Stadtentwicklungsplan mit Lösungen für eine nachhaltige Stadtentwicklung entstehen solle, wenn von vorneherein Lösungen für Starnberg ausgeklammert würden. Weiterer Kritikpunkt der Gruppierung: Die Weigerung der Planerin zunächst die Bürger zu befragen und in die Planung mit ein zu binden. Es mache keinen Sinn, wenn ein kleiner Kreis aus Politik, Verwaltung und STAgenda Ziele formuliere und diese dann der Bevölkerung aufzwinge, so Picker. Die Zeiten hätten sich geändert und der Bürger von heute fordere, insbesondere bei ihn unmittelbar betreffenden „Vor-Ort-Themen“ einbezogen zu werden. Dafür sei noch ausreichend Zeit, da der von der Planerin geplante Workshop auf den 20./21. November verschoben worden sei. Im übrigen will die WPS, dass alle Bürgergruppen, insbesondere auch Familien mit Kindern oder Senioren und Behinderte nach ihren Bedürfnisse gefragt werden. „Sie müssen ja auch mit den Ergebnissen leben und sie bezahlen“, so Picker. Die WPS begrüßt deshalb, dass sowohl CSU als auch FDP der gleichen Auffassung sind und Stadtplanungsreferentin Iris Ziebart (FDP) in Kürze eine Fragebogen-Aktion durchführt.

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