Warten auf Reaktion der Bürger

Auf der jüngsten Seefelder Gemeinderatssitzung wurden die Ergebnisse für die Lösung der „Verkehrsprobleme der Hauptstraße“ des Planungsverbandes „Äußerer Wirtschaftsraum München“ (PV) von dem Beauftragten Ingenieur Gerd Stärk vorgetragen. Die wenig bahnbrechenden Vorschläge der Fachleute stießen jedoch eher auf Enttäuschung bei den Ratsherren denn auf Begeisterung.

Allgemeine Zustimmung fanden die so genannten blauen Parkzonen, die in Zukunft für ein disziplinierteres Parken sorgen sollen. Abwechselnd auf beiden Straßenseiten sollen blaue Markierungen auf der Fahrbahn Stellplätze ausweisen. Ziel ist einerseits keine Stellflächen zu verlieren und andrerseits, den fließenden Verkehr nicht zu beinträchtigen. Die Zweifel, ob Beides gelingen kann, blieben groß, denn die Autofahrer müssen sich folglich an den Parkern entlang schlängeln. Ernst Deiringer (SPD) sorgte sich besonders um das Vorankommen der Krankenwägen. So entschied man gründlich zu prüfen, wo genau die Autofahrer ihre Vehikel stehen lassen können. Auch über Zeitbegrenzungen für die Parker soll noch eingehender nachgedacht werden. Hier könne der PV keine konkreten Vorschläge machen, so Stärk, „da keine Erhebung von der Gemeinde gewünscht worden war“. Ullrich Dittmann (BVS) äußerte sich enttäuscht und nannte dieses Vorgehen eine „Festsetzung des Status Quo“, er hätte vom Planungsverband insgesamt ein „rigoroseres“ Einschreiten erwartet. Skeptisch begegnete man Stärks Vorschlag vor dem Tengelmann, „dem neuralgischen Punkt der Hauptstraße“, die Hecke samt Bäumen zu entfernen und den Fußgängerweg zu verbreitern, um statt „dem Grünzeug“ weitere Stellplätze und auch sonst mehr Platz für die Fahrzeuge zu gewinnen. Die Stellflächen direkt an der Straße würden dann ganz wegfallen. Im selben Zuge soll der gegenüber liegende Fußweg direkt an das Rossmann-Gebäude verlegt werden, um das Hinausfahren der Schrägparker zu erleichtern und Fußgänger nicht zu gefährden. Deiringer protestierte dagegen „die wenigen Bäume auf der Hauptstraße auch noch zu entfernen“. Es gäbe praktisch keine Alternativen an dieser Stelle, erklärte der Planungsbeauftragte, da die Bodenhöhen so verschieden wären. Begrüßt wurden ein Parkverbot gegenüber der Bank und einzelne Grüninseln an den Einmündungen auf die Hauptstraße, unter anderem bei der Trattoria. Die Post, so Stärk, habe kein Interesse an Veränderungen, aber es empfehle sich dort an der Straße wie auch gegenüber seitlich der Auffahrt zum Bäcker ein Halteverbot, um die Behinderungen an der Kreuzung in Zukunft zu vermeiden. Abschließend plädierte der Ingenieur dafür, den Gehweg an der Metzgerei Ruf zu ergänzen, denn der ende aprupt an der Biergartenbegrenzung des anliegenden Wirtshauses. Auch hier rät er zu einem Parkverbot auf der gegenüberliegenden Fahrbahnseite, da das Ausparken der Schrägparker dadurch einfacher würde. Bürgermeister Wolfram Gum (CSU) resümierte, dass der Planungsverband nur bewiesen hätte, dass „die Quadratur des Kreises“ unmöglich sei und man sich mit Kompromissen begnügen müsse. Er regte an, die Ergebnisse den Bürgern vorzustellen und die Reaktionen abzuwarten, ehe man Entscheidungen träfe. Der Gemeinderat befürwortete diesen Vorschlag ohne Widerspruch.

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