Weiterhin öffentlich

Das Kurparkschlösschen bleibt der Öffentlichkeit erhalten. Der Herrschinger Gemeinderat erteilte in seiner Juli-Sitzungen allen Überlegungen eine Abfuhr, das Anwesen aufgrund der hohen Brandschutzauflagen einer privaten Nutzung zuzuführen. Ebenfalls vom Tisch sind alle Pläne, mit einer Außentreppe oder einem Treppenturm die Sicherheitsauflagen für den Brandfall zu erfüllen.

Das Landesamt für Denkmalpflege hat jüngst der Gemeinde signalisiert, eventuelle Anbauten oder Fassadenveränderungen an dem historischen Gebäude nicht zuzustimmen. Im April stellte Architekt Jürgen Gollwitzer drei Varianten für den Brandschutz für das Herrschinger Wahrzeichen vor. Im Gremium einigte man sich darauf, eine Entscheidung erst einmal zu vertagen. Auf wenig Gegenliebe waren nämlich die von Gollwitzer skizzierte Außentreppe wie auch ein angebauter Treppenturm gestoßen. Lediglich mit dem „Sicherheitstreppenhaus“ konnte man sich im Rat anfreunden. Im Brandfall wird Luft in den Treppenaufgang hinein geblasen, dadurch entsteht Überdruck, dass kein Rauch vordringen kann und die Passanten unbeschadet aus dem Gebäude fliehen können. Diese Variante Gollwitzers ist mit rund 50.000 Euro auch die günstigste. Einziger Nachteil: Das Treppenhaus wäre nicht behindertengerecht. Von Seiten der Denkmalschützer war zu hören, sie werden dem „Sicherheitstreppenhaus“ nur dann zustimmen, wenn die vorhandene Treppe erhalten in ihrer jetzigen Form erhalten werden kann. Für Diskussion in der Öffentlichkeit hat die Überlegung aus dem Gemeinderat geführt, wegen der hohen Kosten für die Erfüllung der Brandschutzauflagen für öffentliche Gebäude mit Publikumsverkehr das Kurparkschlösschen an eine Privatperson oder an ein Unternehmen zu vermieten oder gar zu verkaufen. Unter anderem machte der Kulturverein Herrsching mobil und übergab im Rathaus ein eigenes Nutzungskonzept für das Anwesen am See. Kern ist auch hierbei die öffentliche Nutzung. Gollwitzer geht nun an die Planung für das „Sicherheitstreppenhaus“, sein Ergebnis wird er nach den Ferien im Gemeinderat vorstellen. Dann soll den Fraktionen noch einmal Zeit für eigene Beratungen gegeben werden, bevor im Herbst eine Entscheidung gefällt wird. Auch die Ideen vom Kulturverein sollen diskutiert werden. Wie berichtet, hat dieser ein eigenes Konzept erarbeitet, das unter anderem mehr Trauungen und ein Kulturcafé vorsieht. Trägerschaft und Regie könnten mittelfristig in die Hände einer Bürgerstiftung gelegt werden, stellt sich der Kulturverein vor. Bis auf eine Gegenstimme beschloss der Gemeinderat, Überlegungen einer privaten Nutzung ad acta zu legen und Gollwitzers Sicherheitstreppe anzustreben.

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