Welt-Aids-Tag

Mehr Solidarität mit den Betroffenen

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Gilching – In jüngster Zeit hat Ebola das Thema Aids etwas in den Hintergrund gerückt, stellt Sophie von Wiedersperg, HIV-Beraterin im Gesundheitsamt Starnberg, fest. Doch Aids sei keineswegs vom Tisch, zumal sich jährlich rund 400 Menschen bayernweit neu infizieren.

„Dies bedeutet, dass jährlich 30 bis 40 Menschen an Aids erkranken“, sagte von Wiedersperg. Damit Aids nicht in Vergessenheit gerät, findet weltweit jeweils am 1. Dezember der Welt-Aids-Tag statt. Im Christoph-Probst-Gymnasium in Gilching organisierten Schüler eine Spendenaktion zugunsten diverser Aids-Projekte. Mit viel Engagement hat die Schülermitverwaltung des CPG in Gilching den Welt-Aids-Tag unter dem Motto „Positiv zusammen leben“ vorbereitet. Bereits am Freitag saßen Schüler und Schülerinnen in ihrer Freizeit zusammen, um Tüten für 600 Laugenschleifen, die die Bäckerei Böck in Weßling zu einem Sonderpreis herstellte, vorzubereiten. Die per Hand beschrifteten Pergamenttüten wurden zudem mit einer kleinen roten Aidsschleife versehen. Als Dreingabe gab es eine Broschüre mit dem Titel „Alles ganz easy! – Gib Aids keine Chance“. Die Tüten gingen samt Inhalt zum Preis von je 80 Cent weg wie die warmen Semmeln. Zudem machten die fleißigen Verkäufer darauf aufmerksam, dass auch Spenden angenommen werden. Der Gesamterlös wird auf ein Projekt in Uganda und auf die Aidshilfe München aufgeteilt. „Auf Living Hope in Uganda sind wir durch Samuel Flach, einen ehemaligen Schüler des Gymnasiums, aufmerksam geworden“, erklärte Sophie von Wiedersperg, HIV-Beraterin im Starnberger Gesundheitsamt. Flach habe dort für ein Jahr ein Praktikum abgeleistet und halte weiterhin Kontakt zu dieser Einrichtung. Zeitgleich zum Verkauf der Laugenschleifen lief im Foyer und in der Mensa des Gymnasiums ein Film zum Thema Aids, den Lehrer Rene Brock zusammengeschnitten hatte. „Der Film ist sehr gut geworden, weil er in der Jugendsprache gehalten ist und deshalb auch die Jugendlichen anspricht“, lobte von Wiedersperg. „Leider gibt es seitens der Bundesregierung viel zu wenig Aufklärungsmaterial, das auch von jungen Menschen wahrgenommen wird. Wenn es irgend geht, werde ich mir diesen Film für unsere Arbeit hier ausleihen.“ Es gebe zwar Fortschritte bei der Behandlung von AIDS. Aber es gibt bisher noch keinen Impfstoff und auch kein Heilmittel, erläuterte von Wiedersperg. „Für die sexuelle Übertragung von Aids gilt nach wie vor: Nur Kondome schützen.“ Begeistert vom Engagement seiner Schüler zeigte sich auch Schulleiter Peter Meier. „Die Schülermitverwaltung ist sehr aktiv. Das Engagement unter anderem in Bezug auf Aids ist vorbildlich. Von Wiedersperg machte darauf aufmerksam, dass die rote Aids-Schleife auch nach dem 1. Dezember getragen werden kann. „Es kann übrigens jeder Solidarität zeigen und Ausgrenzungen abwehren, wenn Menschen mit HIV diskriminiert werden.“ pop

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