Weßlinger See

Das Herzstück will gepflegt sein

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Weßling – Der Rundgang um den See des Weßlinger Bauausschusses hat Tradition. Vor der ersten Sitzung nach der Sommerpause war es wieder einmal so weit und zehn Gremiumsmitglieder gingen mit offenen Augen den Uferbereich ab. Ein beliebter Treffpunkt nach Feierabend, wie die Jugendlichen demonstrierten, die auf einer Bank die Abendstimmung genossen.

Etwas blechern quoll Techno aus dem Radio, während ein älterer Herr sich todesmutig in die Fluten stürzte. Der herzförmige Weßlinger See ist wahrlich das Zentrum des Ortes, ein Touristenmagnet und ein beliebter Ort der Begegnung für Jung und Alt. Aber das bringt leider auch mit sich, dass die Feiernden das Idyll nicht immer so verlassen, wie sie es vorgefunden haben. Das und die Pflege hatte das Gremium im Blick, als sie sich am Kiosk zum Rundgang – und der Ausschuss gleich seine Arbeit aufnehmen durfte. Die Fliesen in der Damentoilette brachen reihenweise aus ihrem Kleberbett. Die Überwachungskameras, die den Kiosk seit 2013 im Bild haben, freute sich Vizebürgermeister Michael Sturm (FW), schreckten die Einbrecher erfolgreich ab. Wo die Linse jedoch nicht hinreichte, wurde auch weiterhin randaliert und geschmiert. Bessere Beleuchtung und weitere Kameras? Einhelliges Kopfnicken und weiter Richtung „Pumpenheisel“ beim Seeauslauf. Ein morscher Pfahl hatte gleich den ganzen Handlauf mit in die Tiefe gerissen. Zu Reparieren gab es davon gleich mehrere und auch das, was dahinter wächst und gedeiht bekam eine Plattform.

Das vermaledeiten Springkraut etwa. Und Professorin Donata Valentin brachte einen anderen schnellwachsenden Bösewicht aus Asien mit dem schönen Namen Götterbaum ins Gespräch. Beide verdrängen heimische Arten. Allerdings leicht zu verwechseln mit der wertvollen kaukasischen Flügelnuss, mahnte Gerhild Schenck-Heuck. Was ist soll jetzt der Bund Naturschutz bestimmen, danach wird der asiatische Verdränger gefällt. Die Begehung war aber auch heute wieder etwas für alle Sinne: Das Hundeklo am Einstieg zur Badewiese betitelte Klaus Ebbinghaus (SPD) als „Geruchsbombe“ und sollte verlegt werden. Um Mülleimer drehte es sich auch beim Hotel Seehof, wo die Gemeinde jetzt rund 250 Euro in ein Exemplar investiert, in das die Passanten fortan bitte ihren Abfall entsorgen sollten. Unterdessen ist auch klar, dass der Steg beim Hotel Eigentum des Fischereivereins „Die Stichlinge“ ist, die einen zweiten beim Pfarrstadel wiederaufbauen dürfen. Ob die Treppe beim Alzheimgassl wie geplant saniert werden kann, entscheidet die Denkmalschutzbehörde, die am 5. Oktober einen Vororttermin hat. Warum sich die Behörde einschaltete, weiß im Rathaus keiner so genau. Und der Antrag von Andreas Lechermann (CSU), am Karpfenwinkel fünf „geordnete Parkplätze“ zu erstellen, beschließt der Gemeinderat. Sie sollen die Parkmöglichkeit ersetzen, die die mehrmals abgeschnittenen und wiedergepflanzten Hainbuchen verhindern, die neuerdings Verstärkung durch drei Findlinge bekommen haben. mk

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