SPD will sich im Kongo engagieren

Die katastrophalen Verhältnissen in dem von Gewalt erschütterten Kongo standen beim Neujahrsempfang des SPD-Ortsvereins Planegg im Mittelpunkt. Auf Einladung der Genossen berichtete der Pfarradministrator von St. Elisabeth in Planegg, Anicet Mutonkole, über die menschliche Tragödie in seinem Land. Zuvor zeichnete der Vizepräsident des Bayerischen Landtags, Peter Paul Ganzer, den ehemaligen Planegger Bürgermeister Alfred Pfeiffer und Michael Vielhaber für ihre Verdienst für die Partei aus.

Zum Neujahrsempfang im Dietrich-Bonhoeffer-Haus in Martinsried kommen traditionell auch die Vertreter der anderen Parteien im Gemeinderat. Neben der Grünen Anneliese Bradel waren unter anderem auch die beiden Stellvertreter von Bürgermeisterin Annemarie Detsch, Peter Heizer (FWD) und Hermann Nafziger (CSU), der Einladung am Freitagabend gefolgt, ebenso zahlreiche SPD-Repräsentanten. Allen voran Landtags-Vize Peter Paul Ganzer und der Starnberger Kreisrat (und ehemaliger Landratskandidat) Tim Weidner. Alfred Pfeiffer trat der SPD vor 60 Jahren bei, vor 50 Jahren wurde er das erste Mal in den Planegger Gemeinderat gewählt und stand als Bürgermeister dem Rathaus vor. „Auch wenn diese Partei nicht immer die Politik macht, die sich alle wünschen, so ist die SPD doch die einzige sozial kompetente Partei“, sagte Pfeiffer, der nicht immer mit den Entscheidungen der Vorderen einverstanden ist. Ganzer, der Pfeiffer seit über 35 Jahren kennt, sagte über den Geehrten: „Er hat immer das Menschliche in der Politik gesucht, er ist immer ein menschlicher Politiker geblieben.“ Für seine 50-jährige Mitgliedschaft wurde außerdem Michael Vielhaber an diesem Abend geehrt. Von den Tragödien des schwarzen Kontinents erzählte Anicet Mutonkole in seinem Vortrag. Der Kongolese ist Pfarradministrator von St. Elisabeth und unterstützt verschiedene Hilfsprojekt in seinem Heimatland. Das Schicksal des Kongos – die ehemalige belgische Kolonie ist 6,6 Mal so groß wie Deutschland, beherbergt etwa 60 Millionen Menschen aus 250 verschiedenen Volksgruppen und wurde offiziell am 30. Juni 1960 unabhängig – besiegelte die sogenannte Berliner Kongo-Konferenz 1884/85. In vier Monaten teilten sich die europäischen Großmächte den afrikanischen Kontinent auf, plünderten die Rohstoffe und machten die Staaten finanziell von sich abhängig. Diktatoren, gestützt von West wie auch Ost, überzogen die Länder mit Bürgerkriegen, ließen die männliche Bevölkerung hinrichten und sorgten mit Vergewaltigungen und ethnischen Säuberungen für Angst und Schrecken. Im Kongo herrscht seit 2006 eine demokratisch gewählte Regierung. Doch diese sein unfähig das Land zu befrieden, sagte Mutonkole. Das Interesse der Industrieländer an einem friedlichen Kongo erachtet der Geistliche als eher gering. Denn nur zu gut lässt sich an dem afrikanischen Elend verdienen; vor allem das ehemals reichste Rohstoff-Land ist nach wie vor im Visier westlicher Konzerne. „Was hat mein Handy mit der Krise im Kongo zu tun“? fragte der Referent in die Runde. In nahezu jedem Produkt finden sich Rohstoffe wie Kupfer oder Kobalt – aus dem Kongo. An den Einnahmen verdient die Bevölkerung freilich nicht mit. Mutonkole nennt es einen „Plünderungskampf“, dem allein seit 1996 über fünf Millionen Menschen zu Opfer gefallen seien. Was man dagegen tun kann? Neben der Entwaffnung der Milizen vor Ort könnten die europäischen Regierungen vor allem dafür sorgen, dass aus ihren Ländern keine Waffen mehr geliefert werden. Sie könnten für mehr Transparenz im Rohstoffhandel sorgen und die Konzerne, die Jahrzehntelang gut verdient hätten, könnten sich am Wiederaufbau Afrikas beteiligen. Der Ortsvorsitzende Bernd Gropper kündigte an, die Planegger Sozialdemokraten würden gerne den Schulbauten unterstützen. Dafür will man Erlöse von Flohmärkten und Tombolas sammeln.

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