Wirbel ums Windrad

Auf Siegfried Genz‘ Privatgelände auf der Maxhöhe steht bereits ein Windrad, das weithin sichtbar ist. Nun soll bei Bachhausen ein neues entstehen. Foto: Hauck

Viel Wirbel verursachte das geplante neue Windrad, das Siegfried Genz bei Bachhausen aufstellen lassen will. Noch wird der Antrag zurückgestellt. Die Gemeinde Berg darf aber keine „Verhinderungspolitik“ betreiben und muss sich darum bemühen, einen geeigneten Standort zu finden.

So voll waren die Publikums- plätze im Berger Rathaus schon lange nicht mehr gewesen. Ein Zeichen dafür, wie sehr das Thema die Gemüter bewegte. Die Firma GNT (Genz) will am westlichen Ende des Graserwegs, 300 Meter von der Bebauung am Klosterweg entfernt, eine Windkraftanlage errichten, mit einer Masthöhe von 73 Metern und einem Rotordurchmesser von 53 Metern. „Ein Windrad an dieser Stelle ist eine Provokation für die Bevölkerung“, sagte Bürgermeister Monn. In der Sicht- achse zu Aufkirchen sei der Standort nicht optimal. Seine Aussage wurde von den Zuhörern mit Applaus aufgenommen. Trotzdem dürfe sich die Gemeinde dem Thema Windkraftanlage nicht verschließen. „Wir dürfen keine Negativplanung machen“, sagte Monn. „Wir müssen in der Gemeinde einen Standort finden.“ Er schlug deshalb vor, mehrere Möglichkeiten in der Gemeinde zu prüfen und im Flächennutzungsplan darzustellen. Standorte, bei denen die Wind- räder die Bevölkerung möglichst nicht stören, den Landschaftschutz berücksichtigen aber auch für den Betreiber lukrativ seien. Eine neue Gene- ration von Windrädern sei nicht auf möglichst starken, sondern auf kontinuierlichen Wind angewiesen. So kommen auch flache Gebiete oder Waldflächen in Frage, nicht nur ein Höhenrücken. Zweiter Bürgermeister Karl Brunnhuber (SPD) fasste das Dilemma der Negativplanung kurz zusammen: „Windräder sind privilegierte Vorhaben, die auch im Außenbereich zulässig sind“, sagte er. „Wenn sie die Gemeinde einfach ablehnt, darf jeder sich sein Windrad in den Garten stellen.“ Einstimmig sprach sich der Gemeinderat dafür aus, den Flächennutzungsplan zu ändern mit dem Ziel, geeignete Standorte zu finden. Dafür sollen Gutachten unter Berücksichtigung der Windausbeute erstellt werden. Die Gutachten sollen außerdem den Natur- und Artenschutz miteinbeziehen. Dafür braucht es Zeit. Einstimmig wurde beschlossen, beim Landratsamt zu beantragen, die Entscheidung über die Zulässigkeit des Windrad-Vorhabens um ein Jahr zurückzustellen. Dafür gab es Publikumsapplaus.

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