"Wirkung deutlich spürbar"

Durch den neuen geräuschmindernden Fahrbahnbelag auf der BAB 96 im Gräfelfinger Gemeindegebiet haben sich die Immissionen um 3dB reduziert. Foto: Kuhn

Die im August vergangenen Jahres aufgestellte Messstation an der BAB 96 im Gemeindegebiet Gräfelfing wird bis Oktober weiter in Betrieb bleiben. Dies beschloss der Rat einstimmig in der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses. Manuel Männel von der Firma Müller-BBM informierte zu Beginn über die akustischen Messungen nach zwei verschiedenen Methoden und stellte die positiven Ergebnisse vor. Mit der Vorstellung der Zwischenergebnisse kam die Verwaltung auch einem Antrag der IGG nach, die Ende Januar forderte, über den Effekt der Lärmminderung informiert zu werden.

Wie berichtet wurde auf der BAB 96 im Bereich der Gemeinde Gräfelfing ein neuer geräuschmindernder Fahrbahnbelag aufgebracht. Durch die neue Oberfläche sollen die Schallemissionen insbesondere die Reifenabrollgeräusche gemindert werden. Vor und nach dem Einbau des neuen Fahrbahnbelags ließ die Autobahndirektion Südbayern akustische Messungen der Reifen-Fahrbahn-Geräusche durchführen. Gemessen wurde nach zweierlei Verfahren: der so genannten CPX Methode (Anhängermessmethode) und der Statistischen Vorbeifahrtmethode (SPV), so Männel. Bei der ersteren Methode wird ein spezieller Messanhänger hinter einem Zugfahrzeug nachgezogen. Dieser rollt auf zwei Reifen, die gleichzeitig zur Erzeugung der Reifen-Fahrbahn Geräusche dienen. Mit diesen Vorher/Nachher Messungen sollte die Wirksamkeit des neuen Belages geprüft werden. Während bei der CPX Methode in beiden Fahrtrichtungen über eine längere Strecke gemessen wurde, wurde die SPV an der Fahrbahn Richtung München auf dem rechten Fahrstreifen bei Kilometer 168 durchgeführt. Zum Zeitpunkt der Messungen war es sonnig und niederschlagsfrei, die Fahrbahn war trocken. Nicht berücksichtigt wurden Messungen bei Regen und in den Schulferien. „Aufgrund des höheren Schallpegels bei nasser Fahrbahn beziehungsweise wegen dem geringeren Verkehrsaufkommen sind diese Werte nicht repräsentativ“, betonte Franz Maget von der Firma ACCON. Zusammenfassend ließ sich feststellen, dass die ermittelten Reifen-Fahrbahn Geräusche und somit der schalltechnische Zustand des neuen geräuschmindernden Fahrbahnbelags gute bis sehr gute Homogenität aufweise, erklärte Männel im Ausschuss. Die CPX Messungen ergaben für den PKW-Reifen Geräuschminderungen von -5 dB bis -6 dB auf allen Fahrstreifen. Der CPX-Wert für Reifen D (Lkw messähnlicher Reifen) ergab keine wesentlich niedrigeren Rollgeräuschpegel auf den mittleren und linken Fahrstreifen. Auf den rechten Fahrstreifen konnte dagegen durch den Einbau des neuen geräuschmindernden Fahrbahnbelags eine durchgehende Verbesserung von rund -2 dB erzielt werden. Insgesamt zeigt sich, dass die Messungen eine Reduzierung der Immissionen um circa 3 dB ergaben. Dass die tatsächliche Minderung der Immissionen niedriger ist, als bei den reinen Reifenabrollgeräuschen liegt daran, da auch andere Faktoren wie etwa Kfz-Motorengeräusche die Immissionen beeinflussen. „Der Fahrbahnbelag kann nicht Motorengeräusche schlucken“, sagte Bürgermeister Christoph Göbel. Er wie auch sehr viele Bürger sind der Meinung, dass sich die Investition in den neuen lärmmindernden Fahrbahnbelag gelohnt hat. Eine Pegelminderung um 3dB entspricht immerhin einer Halbierung der Schallenergie. Vergleichsweise müsste sich die Verkehrsmenge halbieren um eine Pegelminderung um 3dB zu erreichen. Petra Schaber (IGG) hatte sich eine größere Lärmminderung versprochen. „Dennoch sollte man deshalb eine so sinnvolle und gute Maßnahme nicht kritisieren und zwanghaft schlecht reden“, so Göbel. Für ihn sei die Maßnahme nicht schlechter als erwartet wurde. „Die Wirkung ist deutlich spürbar und messbar besser.“

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