Workshop-Ergebnisse vorgelegt

Die Auswertung des Runden Tisches mit den Anlieger der Seefelder Hauptstraße und den Verantwortlichen aus dem Rathaus und des Planungsverbandes „Äußerer Wirtschaftsraum München“(PV) führte im Gemeinderat jüngst zu dem einstimmigen Entscheid, dem Planungsverband einen „Prüfungsauftrag“ zu erteilen.

Akribisch wurden die Ergebnisse des „Workshop“ mit den Anwohnern der Hauptstraße von den Verantwortlichen Ingenieuren des PV, Birgit Kastrup und Gerd Stärk, zusammengetragen und in genauen Grafiken dargestellt. In drei Abschnitte unterteilt, wurden sämtliche Bürgermeinungen aufgelistet und vorgetragen. Hier spiegelte sich letztlich nichts Neues für die Gemeinderäte wieder. Die altbekannten Problematiken der Hauptstraße wurden nur mit neuem Gesicht präsentiert: Gleicherweise wird ein beruhigter Verkehr, wie ein flüssiges Vorankommen gewünscht. Parkplätze sollen nicht weniger werden, vorhandene besser genutzt und zusätzliche geschaffen werden. Deutlich zeigte sich, dass die seit fast zwei Jahrzehnten diskutierten Brennpunkte auch von den Befragten als solche wahrgenommen werden. Besonders die Abschnitte bei Post und Bäcker, der Einmündung am Altersheim und dem Marienplatz wie auch der gesamte Abschnitt von der Einmündung Schreyeggstraße bis zur Hubertusstraße bei der alten Schlossapotheke wird sowohl von Fußgängern wie Autofahrern als problematisch empfunden. Fußgänger bemängeln vor allem fehlende Überquerungsmöglichkeiten und die Überholerlaubnis bei den vorhandenen. Kritisiert wurde auch, dass die bestehenden Kreuzungen, speziell auf dem Mittelteil, nicht Barriere frei sind. Insgesamt wünscht man sich ein schöneres Straßenbild und mehr Rücksicht von den Autofahrern. Der Gemeinderat wurde im Laufe des langatmigen Berichts ungeduldig. Robert Benoit (Grüne) vermisste eine Auswertung der Daten und entsprechende Lösungsvorschläge und Robert Schindelbeck beschwerte sich, unter Beifall seiner Ratskollegen, über das „Chaos“ und die „demotivierend“ lange Ausführung und wünschte sich stattdessen eine „kompakte Darstellung“. Bürgermeister Wolfram Gum (CSU) trat den Planern zur Seite, da diese ihr Bestes gäben, „um ja nichts zu vergessen“. Auch Stärk verteidigte das Prozedere, da man erstmal einen genauen Auftrag bräuchte, um Lösungen zu erarbeiten und fasste daraufhin acht wesentliche Punkte zusammen, die die grundsätzliche Verbesserung der Verkehrsregelung, sowohl für den fließenden, wie den beruhigten Verkehr, für Fußgänger und Radfahrer, die allgemeine Parksituation, die Begrünung rund um das Krankenhaus, die genannten Brennpunkte und „kleinteilige, kurzfristige Verbesserungen“ und deren entsprechenden Aufträge beziehungsweise deren Prüfungen beschrieben. Darauf stellte sich wieder die allzu bekannte Frage, ob man mit der Planung der gesamten Hauptstraße beginnen oder sich erstmal auf die einzelnen Brennpunkte konzentrieren solle. Benoit forderte, dass man den Planern die Möglichkeit für eine Gesamtplanung ließe und stieß damit auf die einhellige Befürchtung von Gemeinderat Elmar Striegl (CSU) und Bürgermeister Gum, dass dann gar nichts daraus würde, da man mit der „geballten Ablehnung“ von Seiten der Eigentümer und Geschäftsleute rechnen müsse. Vor rund 18 Jahren habe es schon einmal eine Gesamtüberplanung gegeben, rund 70 Briefe mit Ablehnungen seien damals im Rathaus eingetroffen, so Striegl. Das Ganze war dann auf zwei winzige Maßnahmen dezimiert worden, ein Parkverbot und eine Schwelle, die beide aber sehr schnell wieder entfernt werden mussten, da sie sich nicht bewährt hatten. Ute Dorschner (SPD) konnte sich das nicht vorstellen. Ihr Vorschlag, ein deutsches Modell genauer anzusehen, in dem alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt behandelt würden, fand breite Akzeptanz im Gemeinderat. Durch breite Fußwege und Radwege könne, zumindest auf einem Abschnitt der Hauptstraße, ein „weites“ Straßenbild und somit eine „Art“ Dorfplatz entstehen. Auf Gums Anregung - „Lasst’s halt die Planer das machen“ - einigte man sich darauf, den Fachleuten das Feld zu überlassen. Sie sollen nun mit all den Anregungen und mit besonderem Augenmerk auf die Brennpunkte endlich ein Konzept entwickeln. Im Februar oder März wird man mit Vorschlägen des Planungsverbandes rechnen können, erklärte Gerd Stärk. Der offizielle „Prüfauftrag“ wurde daraufhin in der nichtöffentlichen Sitzung erteilt.

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