Wunsch nach Streitkultur

Ginge es nach einer kleinen Gruppe innerhalb des Gilchinger CSU-Ortsverbands, müsste die beschlossene Westumgehung erneut auf den Prüfstand. „13 Jahre Planung sind genug“, widersprach Ortsvorsitzender Martin Fink.

Rund 50 Mitglieder kamen zur CSU-Jahresversammlung ins Schützenheim in Gilching. In seinem Rechenschaftsbericht ging Ortsvorsitzender Martin Fink auf die Themen ein, die innerhalb des Ortsverbands aufgegriffen und durchleuchtet wurden. Unter anderem stellte er die CSU-Initiative vor, entlang der Autobahn in St. Gilgen einen natürlichen Lärmschutzwall zu errichten. „Relativ kostengünstig könnte auf dem Sondergebiet Kiesabbau im Bereich der geplanten Renaturierung mit überschüssiger Erde ein Wall aufgeschüttet und bepflanzt werden“, erklärte Fink. War man anfangs davon ausgegangen, dass es dafür einer Zustimmung der Autobahndirektion bedarf, „haben wir mittlerweile erfahren, dass wir als Kommune alleine entscheiden können. Es sieht wirklich gut aus.“ Ein weiteres Thema war die beschlossene Westumgehung. Eine kleine Gruppe innerhalb der CSU versuchte, dem Projekt analog zur Grünen-Fraktion im Gemeinderat eine klare Absage zu erteilen und forderte stattdessen den Ausbau des Fahrradwegenetzes. „Das kommt sowieso. Doch ohne Westumgehung, durch die der Lkw-Verkehr raus aus dem Ort kommt, sind viele andere verkehrsberuhigende Maßnahmen gar nicht möglich“, konterte Fink. In Punkto neuer Wertstoffhof verriet der Vorsitzende, dass derzeit ein Standort in Argelsried geprüft wird. Wie berichtet, plant der Awista bei der Umladestation in St. Gilgen eine neue Anlage einzurichten. Was von einigen Bürgern aus zu ortsfern kritisiert wurde. Abschließen referierte die Landtagsabgeordnete Ursula Männle über Gesellschaftsformen von Morgen und darüber, dass wieder mehr Themen aus dem Volk nach oben getragen werden müssen. „Was wurde doch in den 70er Jahren lebhaft gestritten“, erinnerte sich Fink wehmütig an frühere Zeiten. Der Streit sei durchaus positiv gewesen und habe stets zu guten Ergebnissen geführt. „Damals wurden die Themen aus den Ortsgruppen über den Kreisverband und den Bezirk in die Landesversammlungen getragen. Da wusste man dann auch oben, was den Bürgern an der Basis unter den Nägeln brennt.“ Fink bedauerte den Verlust der Streitkultur und will sich nun verstärkt für eine Wiederbelegung einsetzen. „Wenn die Mitglieder wissen, dass ihre Sorgen oben ankommen und eine Diskussion vor Ort auch Sinn macht, dann kommen sie auch wieder viel lieber in die Versammlungen.“

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