Zufriedene Banker

Als ein „Ausnahmejahr“ bezeichnete der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse München Stanberg, Karl-Ludwig Kamprath, die vergangenen zwölf Monate. Trotz Turbolenzen sind die Banker der Kreissparkasse München Starnberg mit dem Jahr 2008 zufrieden. Die Bilanzsumme der Kreissparkasse hat sich im vergangenen Jahr um stolze 15,2 Prozent auf 7,3 Milliarden Euro erhöht. Eine derartige Steigerung hat es in der Geschichte des Geldhauses noch nie gegeben.

Strahlende Gesichter bei der Bilanzpressekonferenz in der vergangenen Woche in München. Karl-Ludwig Kamprath freute sich denn gleich doppelt: Zum einen über das gute Abschneiden der Sparkasse trotz weltweiter Finanzkrise. Und zum zweiten, weil er am 30. April seinen letzten Arbeitstag hat. Was er mit einem gewissen Wehmut mitteilte. Kamprath gehörte immerhin 50 Jahre dem Sparkassenverband und 32 Jahre dem Vorstand der Kreissparkasse München Starnberg an. Ihm folgt sein bisheriger Vize Anton Hummer (63). Das starke Wachstum in 2008 hat die Kreissparkasse auch der Finanzkrise zu verdanken. Rund 54 Prozent der Bürger haben einer Umfrage zufolge „sehr großes Vertrauen“ in die Sparkassen. Und nach dem Finanz-Desaster im vergangenen Jahr gelten bei den meisten Deutschen die Geldhäuser mit dem großen roten „S“ als besonders vertrauenswürdig. „Sieben von zehn Bürgern sind überzeugt, dass das Geld bei einer Sparkasse völlig sicher ist“, sagte der scheidende Vorsitzende Kamprath. Die Turbolenzen der Landesbank hat aber auch die Kreissparkasse mit 20 Millionen Euro belastet. Schmerzlich, wie Kamprath erläuterte, aber dennoch konnte das Geldinstitut noch ein Jahresergebnis von elf Millionen Euro erzielen, ohne an die Reserven heran zu müssen. Warum die eher als etwas unbeweglich und bieder geltende Kreissparkasse derzeit einen regelrechten Boom erlebt, erklärte der Vorsitzende mit der starken Verunsicherung der Anleger, die ihr Geld von Geschäfts- und Direktbanken zunehmend abgezogen hätten. „Die kommen jetzt in die sicheren Häfen der Sparkassen.“ Bundesweit konnten die Sparkassen 2008 einen Einlagenzuwachs von 3,5 Prozent verzeichnen; beim Geldhaus München-Starnberg bewegt sich die Zahl sogar bei etwas mehr als zehn Prozent, also fast dreimal so viel. Die Kundeneinlagen sind allein im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 5,69 Millionen gestiegen, das meiste Kapital kam aus besagten Geschäfts- und Direktbanken. Und so investieren die neuen Kunden vor allem in Termingelder (ein Zuwachs von 97,4 Prozent, 1,1 Milliarde Euro) oder in längerfristige Sparkassenbriefe, die um 14 Prozent zugelegt haben. An Krediten gewährte die Kreissparkasse an Gewerbetreibende, Firmen und Selbstständige 735 Millionen Euro, 209 Millionen Euro mehr als 2007 (526 Millionen). Seinen Abschiedsschmerz ließ sich der scheidende Vorstandsvorsitzende bei seiner letzten Pressekonferenz nicht anmerken. Er wolle auch in Zukunft neugierig bleiben“, sagte der 65-Jährige. „Ich werde jetzt erst einmal lockerer werden, mich weniger mit Bankthemen beschäftigen und mir viel mehr Zeit für all die kulturellen Dinge nehmen, die in den vergangenen Jahren zu kurz gekommen sind.“

Meistgelesene Artikel

Auftakt der Feierlichkeiten zum 1275. Geburtstags Tutzings

Tutzing – Zu ganz besonderen Anlässen kann die Gemeinde Tutzing die ansonsten verpachtete Kustermann-Villa für eigene Veranstaltungen nutzen - und so …
Auftakt der Feierlichkeiten zum 1275. Geburtstags Tutzings

Die letzte Fahrt wird teuer

Stegen – Die MS Utting geht in München vor Anker: Das 1950 gebaute Passagierschiff kaufte ein Münchner Veranstalter. Ersetzt wird das Schiff im …
Die letzte Fahrt wird teuer

Eisrettungsübung am Starnberger See

Starnberg - Die Temperaturen in den vergangenen Wochen haben dafür gesorgt, dass Teiche und Seen im Landkreis Starnberg zufrieren und oftmals bereits …
Eisrettungsübung am Starnberger See

Kommentare