Die Zukunft auf 159 Seiten

Die geplante Seeanbindung kostet schätzungsweise knapp 60 Millionen Euro – gut 22 Millionen Euro davon muss die Stadt alleine schultern. Ob und wie sich Starnbergs neues „Seegesicht“ realisieren lässt, soll im März nächsten Jahres entschieden werden. Bis dahin möchte Bürgermeister Ferdinand Pfaffinger von den Fraktionen wissen, ob die Mehrheit hinter dem Projekt steht. Der Umbau der Gleisanlagen soll 2011 los gehen.

Wie Starnberg am See in Zukunft aussehen könnte, ist in einer 159 starken Präsentationsmappe zusammengefasst, die den Stadträten in der vergangenen Woche in einer fünfstündigen Sondersitzung vorgestellt wurde. Mit der Seeanbindung will man die trennende Hürde der Bahngleise abmildern und die Stadt wieder „an den See“ bringen. Dazu wird es eine Stadt- sowie eine Seepromenade geben, die miteinander durch vier neue und zum Teil barrierefreie Unterführungen miteinander verbunden sind. Eine davon an der Ludwigstraße/Nepomukweg erschließt die östlich gelegenen Freizeitanlagen. Gegenüber der Kaiser-Wilhelm-Straße soll es einen oberirdischen Zugang zum Stadtbahnsteig geben. Hier ist auch der künftige Seebahnhof geplant. Vom „Seefenster“ Wittelsbacherstraße - hier ist mit 28 Meter der breiteste Durchgang geplant - kann man in Zukunft über die Bahnanlagen hinweg auf See und Berge blicken. Westlich daran ist ein rund hundert Meter langes und bis zu 5,5 Meter hohes Gebäude bis zur Undosa-Unterführung angedacht, dass sich zum See terrassenartig öffnet. Auf den „Seeterrassen“ verläuft eine Hochpromenade. Im Erdgeschoß sind Geschäfte zur Belebung der künftigen Stadtpromenade an der Bahnhofsstraße angedacht. In fünf auf’s Dach gesetzten Glasbaukörpern könnten Gastronomiebetriebe ihren Gästen einen unverbauten Blick auf das Alpenpanorama bieten. Hinter dem Bayerischen Hof und neben der Alten Oberschule soll ein u-förmiger Gebäudekomplex entstehen - mit Dienstleistungsbetrieben, Wohnen und Gewerbe. Das Bayerische Hof-Rondell bleibt erhalten. Neue Bebauung ist unter anderem auch rechts und links des Museumsweges geplant sowie im Bereich des ehemaligen Tanklagers und auf der Seeseite entlang des Nepomukweges. Die größte Freifläche entsteht im Bereich des heutigen Seespitzes. Dort lädt eine breite Uferzone zum Flanieren ein. Es sind Sitzstufen zum See angedacht, Gastronomie und eventuell ein Aussichtsturm sowie Liegeterrassen. Ein Kiesstrand ist vorgelagert. Durch die neue Wittelsbacherunterführung erreicht man den zentralen Promenadenabschnitt am Dampfersteg. Westlich davon sind Kioske und Pergolen als „Rücken zur Bahn“ geplant. Davor wird das Ufer aufgeschüttet (rund 3.500 Quadratmeter) und die Bootshütten der Fischer wieder wie in der bisherigen Anordnung errichtet (laut Pressemeldungen sind die Fischer mit den Planungen einverstanden). Im Süden wird die Promenade am Ufer nach Süden weitergeführt – direkt in den heutigen weißen Garten des Undosa. Die alten Kastanien an der heutigen südlichen Freifläche bleiben bestehen - nur der Weg entlang der Bahn wird schmaler und ist zur Anlieferung für das Undosa sowie für Radfahrer gedacht. Sitzstufen in und ein vor gelagerter Steg entlang der heutigen Ufermauer sollen das Gebiet attraktiver machen.

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