Zuschlag für KinderArt

Der private Träger KinderArt wird ab 1. September den Kindergarten und die Krippe Höhenrain, den Hort Aufkirchen und den Kindergarten Berg betreuen. Das entschied der Gemeinderat in nicht-öffentlicher Sitzung. Damit ist das Bayerische Rote Kreuz (BRK) endgültig ausgeschieden. Auch ein dritter Bewerber, der gemeinnützige Verein FortSchritt, konnte sich nicht durchsetzen.

Auf Nachfrage erklärte Sprecher Alexander Reil von der Gemeinde, die Entscheidung wäre nach etwa einer halben Stunde gefallen, und zwar „mit einer großzügigen Mehrheit für KinderArt“. Es sei auf die betriebswirtschaftliche Kalkulation und die größtmögliche Kostentransparenz angekommen. „Damit man im Zweifelsfall an der Kostenschraube drehen kann“, erklärte Reil. Von den drei Bewerbern hätten „zwei ihre Hausaufgaben gemacht“, und davon wäre der günstigere genommen worden. Noch vor zwei Wochen hatte Michael Kuffer, der neue BRK-Geschäftsführer, versucht, das Ruder herumzureißen. Er hatte es sich nicht nehmen lassen, mit gesammelter Mannschaft im Gemeinderat anzutreten, er hatte um Entschuldigung gebeten und seine Zahlen präsentiert. Zahlen, auf die die Gemeinde lange gewartet hatte, um das finanzielle Defizit in der Kinderbetreuung erklären sollten. Damit ist eine Sache zu Ende gebracht, die sich recht brisant gestaltete. Denn KinderArt wird von Gerhard Samuel Jaeger geführt, der fünf Jahre lang als BRK-Bereichsleiter die Berger Kitas betreut hatte. Mitte Mai hatte er gekündigt und sich als privater Träger selbstständig gemacht. So ohne weiteres war die Entscheidung der Gemeinderäte nicht zu erwarten, schließlich hat KinderArt als Träger noch keine Erfahrung, auch wenn Jaeger schon lange in diesem Bereich tätig ist und bei seiner Präsentation sehr motiviert wirkte. Nun muss sich KinderArt eben bewähren. Bürgermeister Rupert Monn scheint viel von Jaeger zu halten, mehrmals hatte er in den vergangenen Sitzungen die reibungslose und gute Zusammenarbeit mit ihm betont. Im Fall des BRK waren wohl zu viel vorgefallen, als dass für die Organisation die Trägerschaft noch zu retten gewesen wäre. Auch wenn die Entscheidung aufgrund von Zahlen gefallen ist, es war zu spüren, dass die Gemeinderäte nach Kuffers Präsentation nicht recht zufrieden wirkten. Wie die Gemeinde mitteilte, läuft der Vertrag mit KinderArt auf drei Jahre. Kinder Art selbst will in die Verträge mit dem Personal einsteigen und hat sich hohe pädagogische Ziele gesteckt. „Das Vertrauen des Bürgermeisters und des Gemeinderats ist für uns Ansporn zum täglichen Engagement für die Kinder“, sagte Jaeger nach der Entscheidung.

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