4000 Sandsäcke und 200 Helfer – Einsatzkräfte simmulieren Hochwasser in Peißenberg

Proben für den Ernstfall hieß es kürzlich bei einer groß angelegten „Deichverteidigungsübung“ in Peißenberg, bei der neben mehreren Landkreis-Feuerwehren auch Amateurfunker, Polizei, Rotes Kreuz, Ammerwehr, Katastrophenschutz sowie Vertreter des im Jahr 2006 gegründeten „Kompetenzteam Deichverteidigung“ beteiligt waren.

Um die Einsatzbedingungen möglichst realitätsnah zu gestalten, wurde der simulierte Schadensort zur Bachstraße im Umkreis des Zusammenlaufs von Wörthers- und Michelsbach verlegt. Wie Einsatzleiter und Kreisbrandmeister Gerold Grimm berichtete, würden die Ortsbäche nach starken Regenfällen „gigantische Wassermassen“ mitführen. Zuletzt habe man eine deutliche Zunahme der oft nur punktuell auftretenden Extremwetterlagen beobachten können. „Selbst bei 50- bis 60-jährigen Hochwasserereignissen bereiten uns die Bäche schon große Probleme“, erklärte Grimm. Im Ernstfall bleibe oft nur sehr wenig Zeit, um auf die Gefahrenlage zu reagieren. Ziel der Übung war es deshalb, die Zusammenarbeit und Koordination zwischen den beiden Sandsackabfüllstationen in Huglfing und am Peißenberger Bauhof zu optimieren. Wichtige Aufgabenstellung war zudem die fachgerechte Verbauung der rund 4000 Sandsäcke, die im Notfall wegen der erforderlichen Regenerationszeit der erschöpften Feuerwehrleute auch von der Zivilbevölkerung abgefüllt werden müssten. Insgesamt nahmen an der Übung rund 200 Einsatzkräfte teil, wobei das Landratsamt einen Kostenaufwand von etwa 3500 Euro einkalkulierte. Ein Betrag, den Helmut Stork, Sachgebietsleiter im Bereich öffentliche Sicherheit und Ordnung, für „absolut gerechtfertigt“ hält. Bei extremen Wetterlagen sei man immer wieder auf gut ausgebildete Einsatzkräfte angewiesen. Das Zusammenspiel zwischen baulichen Schutzvorrichtungen und Deich-verteidigungsmaßnahmen, so Storks Prognose, werde in Zukunft immer wichtiger.

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