Abiturfeier in Schongau

Ein besonderer Jahrgang

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Direktor Wolfgang Gebler (rechts) mit den 18 jungen Frauen und Männern, die eine Note zwischen 1,1 und 1,49 im Abiturzeugnis haben. Fünfte von rechts Jahrgangsbeste Caroline Steinbrecht (im schwarz-weiß gemusterten Kleid).

Schongau – Es sind mehrere Fakten, die den Abitur-Jahrgang 2016 am Welfen-Gymnasium Schongau so besonders machen. Erstmals sind unter den Absolventen Schüler, die den sozialwissenschaftlichen Zweig belegt haben. Zum zweiten ist es die Zahl der Absolventen: 141 junge Damen und Herren erhielten das Zeugnis zur allgemeinen Hochschulreife – das ist Rekord. Drittens ist erwähnenswert, dass es heuer die 50. Abiturfeier war.

Erstmals war Landrätin Andrea Jochner-Weiß bei der Verabschiedung in Schongau dabei. Sie hatte sich heuer unter den drei Gymnasien im Landkreis, die ihre Abiturfeier zeitgleich ausrichten, für die Schule in der Lechstadt entschieden. Am Rednerpult richtete sie den Blick zu den Entlass-Schülern und sprach vor den 600 Gästen in der Lechsporthalle von 141 „Wahnsinnigen“. Diesen Begriff nahm sie in den Mund, als sie Erasmus von Rotterdam zitierte, der zu der Feststellung gelangt war, dass der Umgang mit Büchern zu Wahnsinn führe. Abgewandelt meinte die Landrätin an die Abiturienten gewandt: „Des is doch a Wahnsinn, was mir alles lerna müassn.“

Die Basis für die richtigen Schritte ins Leben sei gelegt, ergänzte Jochner-Weiß. Die Abiturienten würden eine denkbar große Auswahl an Möglichkeiten zum Studium und zur Berufswahl vorfinden. Bürgermeister Falk Sluyterman nahm den Begriff vom „lebenslangen Lernen“ in den Mund. Nach einem Dank an Eltern und Lehrer rief er den Abiturienten zu: „Bleiben Sie neugierig und mischen Sie sich ein.“

Ein „gutes Gelingen bei der Wahl der richtigen Abzweigungen in eurem Leben“, aber auch Ausdauer und die Bereitschaft zum ehrenamtlichen Engagement – all das wünschte Wilfried Funke; der Kursleiter für Deutsch wurde wie des Öfteren in den vergangenen zwei Jahrzehnten auch heuer von den Zwölftklässlern wieder darum gebeten, die Abiturrede zu halten. Und er fügte noch ein Anliegen hinzu: nämlich Muße zu finden. Funke meinte damit, gewisse Zeit auch „offline“ verbringen zu können.

Jonas Imminger aus Schwabbruck und Hanna Schwarz aus Schongau hielten aus den Reihen der Absolventen die Abschlussrede. Da wurden zahlreiche Buchstaben aus dem Alphabet von A wie Abschreiben, Abschalten, Analphabet oder Arschkriecher („Die sind immer noch nicht ausgestorben“) bis W wie Wikipedia interpretiert, wobei die Beziehung der Schüler zu diesem Internet-Angebot „sehr ausgeprägt“ sei.

Direktor Wolfgang Gebler berichtete, dass heuer der Abiturschnitt bei 2,31 liegt. Das ist im Vergleich zu den Vorjahren etwas schlechter. 18 junge Frauen und Burschen hatten eine Note zwischen 1,1 und 1,5. Das sind immerhin mehr als am Weilheimer Gymnasium mit über 160 Absolventen.

Das beste Abitur erzielte 2016 am Welfen-Gymnasium Caroline Steinbrecht aus Hohenpeißenberg. Sie erreichte die Note 1,1. Dafür wurde sie mit einem Preis der Frank-Hirschvogel-Stiftung über 1000 Euro belohnt, den Stephanie Klotz überreichte. Dahinter folgten Peter Hutterer aus Altenstadt und Lucia Socher aus Schongau mit der Note 1,2. Nach Informationen unserer Redaktion waren es drei Schüler, die durchgefallen sind. Für sie gibt es aber „eine zweite Chance“, so Direktor Gebler. Zwei weitere Schüler wurden wegen mangelnder Voraussetzungen bei den Noten nicht zur Abi-Prüfung zugelassen.

Baldiges Wiedersehen

Ausgestaltet wurde die Abiturfeier von der gemeinsamen Bigband der Musikschule und des Welfen-Gymnasiums, von einem Chor sowie von einem Streicherensemble. Schon am ersten Samstag im Juli gibt es ein Wiedersehen vieler Absolventen: Dann ist nämlich der Abi-Ball – und zwar erstmals im geräumigen Saal des Modeon in Marktoberdorf.

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