Von "Ärschen und Deppen" – Bemerkungen des Landrats schlagen hohe Wellen – Zeller entschuldigt sich

Der Frust über die Ungnade, in die er im Zuge des Verkaufs des Penzberger Krankenhauses bei vielen Penzbergern gefallen war, ist bei Landrat Friedrich Zeller offensichtlich immer noch groß. Am Rande eines Pressetermins auf der Greilinger Mülldeponie im Nachbarlandkreis Bad Tölz-Wolfratshausen fand er deutliche Worte: „Die größten Ärsche waren die Penzberger Ärzte“, sagte er in die Runde, die sich über Bürgerproteste unterhielt und legte nach: „Das waren vielleicht Deppen!“

Zeller nahm den Ortstermin auf der Greilinger Deponie wahr, die über Jahre auch mit Restmüll aus Weilheim-Schongau verfüllt und nach 24 Jahren geschlossen und rekultiviert wurde. Neben dem Tölzer Landrat Josef Niedermaier erinnerte sich im Beisein der Presse auch Altlandrat Otmar Huber an die Anfänge der Deponie, gegen die es Bürgerproteste hagelte. Dabei kam die Geschichte auf, wo eine Puppe, die Huber nachempfunden war, bei einer Demonstration verbrannt wurde. Eine Situation, die Zeller offenbar an den Protest gegen den Verkauf des Penzberger Krankenhauses erinnerte. Jedenfalls brachte er exemplarisch seine Erfahrungen zum Thema „Wutbürger“ ins Spiel, indem er den Penzberger Ärzten eine Hauptschuld an der hoch emotionalen Debatte gab. Landrat Friedrich Zeller bedauert nun „zutiefst“, dass er die Penzberger Ärzte als „Ärsche“ und „Deppen“ bezeichnet hat. „Ich muss mich für meine emotionalen Äußerungen entschuldigen“, erklärt er. Als auf der Mülldeponie die letzte Fuhre Müll angeliefert wurde, erinnerte der Tölzer Altlandrat Otmar Huber an die intensiven politischen Auseinandersetzungen und geharnischten Bürgerproteste, die es in den achtziger Jahren um die Errichtung der Deponie gegeben hat. „In einem ergänzenden Statement berichtete ich dann, dass es auch in heutiger Zeit scharfe politische Debatten gebe. Und in einer Nebenbemerkung hierzu habe ich dann emotionale und wohl missverständliche Formulierungen gewählt“, betont Zeller und fügt hinzu: „Ich bereue, dass ich ein für mich offensichtlich noch hoch emotionales Thema aufgegriffen habe.“ Zeller räumt ein, dass seine Äußerungen „despektierlich“ gewesen seien. Er ist sich aber zugleich offenbar nicht ganz sicher, ob er alles tatsächlich so gesagt hat. „Wenn ich nur ansatzweise die Bemerkungen so getroffen haben sollte, was ich mir allerdings nicht vorstellen kann, muss ich mich entschuldigen“, formuliert er und erklärt er, dass es nicht seine Art sei, „Debatten, die ohnehin schwierig sind, aggressiv anzuheizen“. Da es sich bei seinen Äußerungen in Greiling um „spontane Bemerkungen“ gehandelt habe, „kann ich nicht genau wiedergeben, ob ich in dieser enormen Schärfe agiert habe. Wenn das so wäre, wäre es absolut inakzeptabel auch für mich selbst“. Aus diesem Grund entschuldigt sich Landrat Zeller „vorsorglich öffentlich und in aller Form für meine emotionalen und harschen Äußerungen“.

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