Ärztin in Weilheimer Klinik erstochen Tötungsdelikt erschüttert die Region – Täter ist ein ehemaliger Patient des Opfers

Kurz nach der Tat: Klaus Schürgers, stellvertretender Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd (li.), und ein Kollege halten Wache am Eingang. Foto: Jazbec

In der Kreisstadt herrscht blankes Entsetzen: Eine Ärztin des dortigen Krankenhauses wurde am Donnerstag Opfer eines grausamen Verbrechens. Ein 65-jähriger ehemaliger Patient von ihr hatte die 47-Jährige nahe des Eingangbereiches der Klinik mit einem Messer niedergestochen. Kollegen konnten die Ärztin trotz Notoperation nicht mehr retten.

Nach den bis zum Redaktionsschluss vorliegenden polizeilichen Erkenntnissen lässt sich der Tathergang wie folgt rekonstruieren: Am 3. März gegen 8.45 Uhr stürmt der Täter, der aus einem Ort im Süden des Landkreises Weilheim-Schongau stammt, über den Haupteingang in die Klinik. In einem angrenzenden Gang trifft er auf die Assistenzärztin einer Chirurgischen Abteilung. Sie hat ihn vor wenigen Tagen untersucht. Völlig unvermittelt sticht er mit der 15 cm langen Klinge eines mitgebrachten Küchenmessers mehrfach auf die Frau ein. Die Stichverletzungen im Bauchbereich sind schwer. Das Opfer bricht zusammen. Jede Hilfe kommt zu spät. Die Ärztin aus Andechs stirbt. Sie hinterlässt einen Ehemann und zwei Kinder. Ein Mitarbeiter des Krankenhauses bekommt das schreckliche Geschehen mit. Er greift ein, überwältigt den Täter und kann ihn bis zum Eintreffen der Polizei festhalten. Der Mann lässt sich „ohne weiteren Widerstand festnehmen“, berichtet Andreas Guske vom Polizeipräsidium Oberbayern und wird wegen Mordes einem Ermittlungsrichter zugeführt. Das Motiv liegt Stunden später noch völlig im Dunkeln. Fest steht, dass sich der 65-Jährige zur Tatzeit nicht als Patient in der Weilheimer Klinik aufgehalten hat. Laut Guske soll er die Getötete gezielt angegriffen haben. „Zutiefst betroffen und völlig schockiert“ äußert sich Elisabeth Ulmer, die Geschäftsführerin der Krankenhaus GmbH im Landkreis, in einer ersten Stellungnahme. Dem KREISBOTEN  berichtet sie, dass das Kriseninterventionsteam unverzüglich vor Ort gewesen sei, um die entsetzten Mitarbeiter zu betreuen.

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