Aigner empfiehlt Kooperation – BDM fordert "mehr Marktgewicht"

Stippvisite am Milchweg: Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (re.) schaute in Rottenbuch vorbei. Dort informierte Kreisbäuerin Silvia Schlögel (li.) die Politikerin über den bayernweit einzigartigen Parcours. Foto: ola

Nach Ansicht von Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) wird es den Bauern „auf Dauer nichts nützen gegen die Molkereien zu arbeiten“.

Vielmehr gelte es mit diesen zu kooperieren, stellte die Politikerin vergangenen Freitag anlässlich des Kreisbauerntags des Bauernverbands in Oberhausen klar. Zudem müssten sich die Bauern in Sachen Milch zusammenschließen. Der Saal des Gasthofs Strobl war gut gefüllt, als Aigner über die gemeinsame, europäische Agrarpolitik nach 2013 und das künftige Budget für die Landwirtschaft referierte. Dabei betonte sie, dass es nicht reiche, in Brüssel auf den Tisch zu hauen. Man müsse auf europäischer Ebene „Kompromisse eingehen“ und brauche Mehrheiten. Kreisobmann Wolfgang Scholz machte kritische Anmerkungen zur Tierschutz-Debatte. Nach Ansicht des Sachsenrieders reden bei diesem Thema viel zu viele mit. Scholz sieht auch das Problem, „dass die Lebewesen zu sehr vermenschlicht werden. Menschenschutz geht vor Tierschutz“, betonte der Kreisobmann. Er kritisierte zudem den Begriff Agrarfabriken. Wenn jemand hier im Landkreis einen Stall mit 100 Kühen habe, dann treffe dieser Ausdruck nicht zu. Aigner wurde in Oberhausen mit Protesten konfrontiert. Der Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM) machte auf seine Anliegen aufmerksam. Auf einem Transparent forderte man „Mehr Marktgewicht für Milchbauern“. Zuvor hatte Aigner dem Milchweg in Rottenbuch einen Besuch abgestattet. Der Parcours sei „nicht für die Bauern gedacht, sondern für die Verbraucher“, teilte Kreisbäuerin Silvia Schlögel der Ministerin mit. Die Bevölkerung scheint nach wie vor wenig Ahnung von den Abläufen in der Landwirtschaft zu haben. „Es ist haarsträubend was der Endverbraucher alles nicht weiß“, stellte Rottenbuchs Bürgermeister Andreas Keller fest.

Meistgelesene Artikel

Pilotprojekt in Weilheim

Weilheim – Bei den Weilheimer Stadtwerken wird tief gebohrt. Der Grund: Das Unternehmen Gravity Power (GP) bereitet die Umsetzung des Pilotprojekts …
Pilotprojekt in Weilheim

Großes Lob für "Schutzengel"

Peißenberg – Ein bisschen umkam Georg Off ja schon das „schlechte Gewissen“, als er bei der Ehrungsfeier für die knapp 90 aktiven Schülerlotsen im …
Großes Lob für "Schutzengel"

700 Tonnen Salz

Damit bei Schnee und Eis die Straßen befahrbar und Wege begehbar bleiben, rücken die Mitarbeiter des Betriebshofs in der kalten Jahreszeit zum …
700 Tonnen Salz

Kommentare