Bei Aktionstag in FOS und BOS dreht sich alles um Gesundheit und Bewegung

Samstags Schule? Ein besonderer Anreiz, am 22. November pünktlich um 8 Uhr gut gelaunt im Klassenzimmer aufzutauchen, wird den SchülerInnen der FOS und BOS in Weilheim geboten. Anstatt einen Vormittag lang Formeln und Vokabeln zu pauken, können die Jugendlichen die neue Trendsportart Slacklinen testen, in einem Chor singen oder erfahren, wie sich in Prüfungssituationen der Stress abbauen lässt.

Eine Erklärung vorweg: Beim Slacklinen balanciert der Sportler, ähnlich einem Seiltänzer, auf einem Schlauchband, das zwischen zwei Befestigungspunkte gespannt ist. Den Grund für diese im Schulalltag sonst eher ungewöhnlichen Aktivitäten erklärte Schulleiter Peter Ziller bei einem Besuch in unserer Redaktion. Das Kultusministerium hat diesen Aktionstag an den bayerischen Schulen festgelegt und unter das Motto „Gesundheit und Bewegung“ gestellt. Von 8 bis 11 Uhr sind die Schüler aufgerufen, sich vor allem sportlich zu betätigen. Ob in der Kletterhalle, im Schwimmbad, auf der Yogamatte oder beim Schauspielkurs: Weil viel Bewegung der Gesundheit förderlich ist, können die jungen Leute aus 23 verschiedenen Angeboten wählen und werden dabei überwiegend von externen Kursleitern betreut. Um 11 Uhr, kündigt Ziller an, trifft die Schulgemeinde wieder in der Aula ein, wo ein „Marktplatz Gesundheit“ aufgebaut wird und sich die Schüler bei einem „zweiten Frühstück“ gesunder Köstlichkeiten bedienen können. „Es gibt nur Hochwertiges“, verspricht Ziller, und lässt nicht unerwähnt, dass einige Unternehmen aus der Region fleißig gesponsert haben, um für einen reich gedeckten Tisch zu sorgen. Für das Essen und die Kurse werden von den Schülern geringe Kostenbeiträge eingesammelt. Ziller hat die Schulleitung von Oberstudiendirektor Heinrich Wiener übernommen und kennt den Betrieb an der Weilheimer FOS und BOS. Seit 1989 war Ziller hier in den Physik- und Technologieunterricht eingebunden, im Februar 2007 wurde er zu Wieners Stellvertreter ernannt. Knapp 600 Schüler – 500 davon besuchen die Fachoberschule (FOS), 100 die BOS – und ein 44-köpfiges Lehrerkollegium sind dem 57-jährigen Dießener unterstellt. Für die Aufnahme in die FOS und Berufsoberschule (BOS) werden ein mittlerer Bildungsabschluss, für die BOS eine abgeschlossene Berufsausbildung, vorausgesetzt. Dass an der FOS/BOS in Weilheim eine stärkere Schülerauslese praktiziert wird als anderswo, – Ziller: „wie es oft heißt“ – dementiert der Schulleiter. Die Erfolgsquote in der Probezeit würde sich im Vergleich mit den südbayerischen Zahlen decken. Mit Lehrern, so Ziller, sei die Schule gut versorgt. In der elften Klasse können in Deutsch, Englisch und Mathematik kostenlose Förderangebote genutzt werden. „Studienfähige Schulabgänger sind unser Ziel“, betont Ziller. Pro Jahr verlassen 250 junge Erwachsene die staatliche Schule. Seit September 2008 wird in allen drei Ausbildungsrichtungen der FOS eine Klasse mehr unterrichtet. In den nächsten Jahren wird weiter mit steigenden Schülerzahlen gerechnet. „Die Eltern legen Wert auf eine qualifizierte Schulausbildung ihrer Kinder“, begründet Ziller diese Entwicklung. Ein großes Anliegen ist ihm, „nach außen zu transportieren, dass unser Bildungssy- stem sehr viel durchlässiger ist als es auf den ersten Blick erscheint“. Bereits in der dritten und vierten Jahrgangsstufe müsse vor allem den Eltern klar gemacht werden, dass es mit der zweijährigen FOS und der einjährigen BOS eine gute Alternative zum Gymnasium gebe.

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