Waldbegang mit Forstminister Brunner

Ammerleite ist 160. Naturwaldreservat

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Mit Schwung legte Staatsminister Brunner (re.) gemeinsam mit Rottenbuchs Bürgermeister Markus Bader das Schild für das neue Naturwaldreservat frei.

Peiting/Rottenbuch – Bei einem Waldbegang in der Ammerschlucht zwischen Rottenbuch und Peiting hat der Bayerische Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Helmut Brunner, die Neuausweisung der Ammerleite als Naturwaldreservat überbracht. Das rund 76 Hektar große Areal auf der Westseite des Flusslaufes ist damit das 160. Naturwaldreservat in Bayern, wo die Bewirtschaftung durch die Forstbetriebe eingestellt wird.

Der Wald ist prägend, nicht nur für die Landschaft. Denn mehr als ein Drittel der Fläche des Freistaates, rund 2,6 Millionen Hektar, ist von ihm bedeckt. Und damit habe der Wald nicht nur die bayerische Kultur beeinflusst, sondern sei auch Grundlage für unsere Traditionen, befand Helmut Brunner. „Er hat seit Jahrhunderten zur wirtschaftlichen Stärke des Freistaates beigetragen und gerade in ländlichen Regionen viele Arbeitsplätze ermöglicht“. Nicht Jahrhunderte, aber immerhin eine jahrzehntelange Tradition habe der Waldnaturschutz in Bayern, fügte Brunner an. „Seit über 40 Jahren versuchen wir Naturwaldreservate auszuweisen“, erklärte der Minister.

7200 Hektar beträgt mittlerweile die Fläche, die vollkommen aus der forstwirtschaftlichen Nutzung herausgenommen, sich selbst überlassen und Grundlage für die Forschung ist. In Summe sind es 159 Reservate mit den unterschiedlichsten Regionen, ob nun in Unterfranken mit seinem Weinbauregion, am Alpenrand hier in Oberbayern oder in Brunners Heimat, dem Bayerischen Wald.

Nach dem vergangenen Aktionsjahr zum Waldnaturschutz gehe man nun die Erweiterung der Schutzzonen schwerpunktmäßig an, so Brunner. Wie hier an der Ammerleite geht es nicht nur darum, den Wald sich selbst zu überlassen – bis auf die Verkehrssicherung und ein Eingreifen bei Schädlingsbefall wird beispielsweise kein Totholz mehr entnommen –, sondern auch zu beobachten, wie sich ein solcher Wald, im Vergleich zum Wirtschaftswald entwickelt. Welche Bedingungen etwa braucht es für eine große Artenvielfalt und kann man diese Prozesse übertragen für eine naturnahe Bewirtschaftung des Waldes. Schlussendlich seien Naturwaldreservate auch ein Gewinn für die Region, betonte der Minister: „Sie sind ein Eldorado für Wanderer und Erholungssuchende.“

Markus Blaschke von der Landesanstalt erklärte, dass man die Ammerleite natürlich nicht ohne Grund ausgewählt habe. Hier gebe es noch jahrhundertealte Baumbestände und aufgrund des Reliefs, eben den steilen Einhängen, sei die Schlucht schon weitgehend aus der Produktion und Holzgewinnung herausgenommen. Nun könne man seltene Arten beobachten, wie den Tannenstachelbart, ein Pilz, der sich nur auf Totholz setzt, oder den Rindenschröter, ein quasi Urwaldrelikt. Die Forschungen, die nun betrieben werden, sollen in eine Datenbank einfließen, die allen damit befassten Instituten in Bayern zugänglich ist, so dass hier nun auch ein „Schatzkästchen des Wissens“ (Brunner) entstehe.

Eine Bitte verband Rottenbuchs Bürgermeister Markus Bader aber doch mit der den Gemeinden zuteilwerdenden Ehre des neuen Waldreservates: bestimmte Aktionen mit Augenmaß durchzuführen. Denn gerade beim Stichwort FFH-Gebiet gingen mittlerweile bei der Bevölkerung und den Gemeinderäten die Schranken hoch, so sehr sei man gegängelt worden mit Ver- und Geboten. Ein Ansinnen, das er mit nach Brüssel nehme, versprach Helmut Brunner, ehe er die Tafel enthüllte, die auf das neue Waldreservat aufmerksam macht.

Oliver Sommer

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