Klinikumbau: Gearbeitet wird bei laufendem Betrieb, Johann-Baur-Straße wird gesperrt

Heiße Phase beginnt im September

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Die Weilheimer Klinik bekommt auch ein völlig neues Gesicht, wie diese Animation des Münchner Architekturbüros Koch zeigt.

Weilheim – Bis zum Jahr 2020 soll Weilheim „ein völlig neues Krankenhaus“ erhalten. In den Um- und Ausbau, der rund 75 Prozent der Klinikfläche betrifft, werden nach den Ausführungen von Thomas Lippmann, Geschäftsführer der Krankenhaus GmbH, über 30 Mio. Euro investiert. Die zwischen Johann-Baur-, Alpen- und Röntgenstraße regelrecht „eingeklemmte“ Baustelle ist für Planer und Ausführende eine große Herausforderung.

Während der vierjährigen Bauzeit muss die Johann-Baur-Straße für den Verkehr gesperrt werden, ausgenommen sind Fußgänger und Radfahrer. „Es geht nicht anders, wir sind mitten in der Stadt“, signalisierte Bürgermeister Markus Loth seine Zustimmung, als Architekt Walter Koch den Stadtrat über die einzelnen Bauabschnitte und die Einrichtung der Großbaustelle informierte. Zuvor hatte der Geschäftsführer darauf hingewiesen, dass die Weilheimer Klinik „bei der medizinischen Qualität vorne dran“ sei, in der Infrastruktur jedoch großen Nachholbedarf habe. Der Wettbewerb in der Krankenhauslandschaft sei extrem hart geworden. „Wir müssen uns g´scheit aufstellen“, folgerte Lippmann daraus.

Da die Sanierung bei laufendem Betrieb stattfindet – Lippmann verglich sie mit einer „OP am offenen Herzen“ – werden auf der Großbaustelle Lärm und Dreck nicht ausbleiben. Lippmann hofft, dass während der Bauzeit so wenig Patienten wie möglich abwandern. Ihr Ausweichen in andere Krankenhäuser wäre „fatal für die GmbH“, stellte er fest. Mit einer Präsentation im Eingangsbereich der Klinik, kleinen Aufmerksamkeiten und Aktionen will die GmbH an das Verständnis der Patienten appellieren.

Während die Planung für den Innenausbau konkrete Formen angenommen hat, steckt sie beim Außenbereich noch in den Anfängen. So soll laut Lippmann bei der Auswahl der Fassadenfarbe die Stadt ins Boot geholt werden. Eine über die Baustelle gespannte Plane soll den Bürgern einen Eindruck vermitteln, wie ihr Krankenhaus in Zukunft aussehen wird.

Einen Überblick über den zeitlichen Ablauf auf der Baustelle gab Architekt Koch. Los geht es heuer im September mit Baumaßnahmen im Innenhof, der Haupteingang wird in der Bauzeit dorthin verlegt. In der ehemaligen Küche werden drei OP-Säle errichtet. Der zweite Baustein schließt sich von Mai 2018 bis April 2019 an: Wo früher operiert wurde, entstehen die neue Notaufnahme, ein OP-Saal für die Unfallchirurgie sowie Untersuchungs- und Behandlungszimmer. Wie Lippmann erklärte, wird hier bei dem räumlichen Konzept auf kleinere Einheiten gesetzt, „damit sich der Patient sofort gut aufgenommen fühlt“. Ein großzügiger, stützenfreier Eingangsbereich wird von April 2019 bis April 2020 errichtet, mit Multifunktionsraum, „Raum der Begegnung“, und Patienteninformation. Eine Endoskopie-Abteilung wird geschaffen und die Intensivstation erweitert. In den Pflegestationen im Alt- und Neubau entstehen ab April 2018 in zwei Abschnitten moderne Patientenzimmer, nach Süden verglast und mit jeweils zwei Betten ausgestattet. Die Planung für einen ursprünglich angedachten Verbindungstrakt zu dem geplanten Ärztehaus an der Alpenstraße (wir berichteten) „ist derzeit nicht mehr im Fokus. Die Beziehungen sind nicht die einfachsten“, hielt sich Lippmann bedeckt.

Die Baustelle wird mit einem zwei Meter hohen Zaun eingegrenzt, Klinik- und Baustellenverkehr werden über Induktionsschleifen geregelt. Die Baustellenzufahrt erfolgt über die Alpenstraße. Die Weilheimer Bevölkerung, kündigte Lippmann an, wird bei einer Veranstaltung in der Stadthalle über den Umbau ihres Krankenhauses informiert.

Im Gremium stieß die Präsentation von Architekt Koch auf ein positives Echo. Bürgermeister Loth sprach von einer „prägenden Baumaßnahme für die Stadt“. Den Planern wurde Respekt für ihr gut durchdachtes Konzept gezollt, das es in verkehrstechnisch schwieriger Lage umzusetzen gilt. Auf politischem Weg, hieß es, seien die Voraussetzungen für eine zukunftsfähige Klinik geschaffen worden. Nun seien die Bürger am Zug, sich zu ihrem Krankenhausstandort zu bekennen.

Von Maria Hofstetter

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