Weilheimer Arbeitsagentur zeichnet vier Betriebe mit Zertifikaten aus

Als Ausbilder mit gutem Beispiel voran

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Von der Weilheimer Arbeitsagenturvorsitzenden Anette Farenkopf (mi.) mit Urkunden geehrt:  V.li. Heinz Suttner (Sumet-Messtechnik), Ernst Höss (ehem.Kreishandwerksmeister Landsberg, Friseurbetrieb), Florian Seiwald (Garmischer Hof) und Josef Olbrich (minos Sicherheitstechnik).

Weilheim – Angebot und Nachfrage auf dem Ausbildungsmarkt verschieben sich immer mehr zugunsten der Schulabgänger. Handel, Handwerk und Industrie klagen über Nachwuchsmangel. „Kein Jugendlicher darf uns verloren gehen, auch wenn er einen zweiten oder dritten Anlauf braucht“, unterstreicht Anette Farrenkopf die Brisanz. Die Leiterin der Weilheimer Arbeitsagentur zeichnete vergangene Woche vier Betriebe aus, die sich um die Berufsausbildung junger Menschen besonders verdient gemacht haben.

„Es brennt im Handwerk. Wir werden in Zukunft Probleme haben, unsere Lehrstellen besetzen zu können“, befürchtet der ehemalige Landsberger Kreishandwerksmeister Ernst Höss, der sich aufgrund seiner Aktivitäten selbst unter den Geehrten befand. 

Auch das IHK-Gremium Landsberg-Weilheim-Schongau geht wegen sinkender Schulabgängerzahlen von Engpässen aus. „Der Kampf um gute Lehrlinge ist entbrannt“, bestätigte Reinhard Häckl. Für den stellvertretenden IHK-Gremiumsvorsitzenden, einem klaren Befürworter des dualen Ausbildungssystems, bleibt die Aus- und Weiterbildung deshalb ein „zentrales Thema der Zukunft“.

Die Betriebe für die Verleihung der Ausbildungszertifikate  wählte die Arbeitsagentur Weilheim zusammen mit dem IHK-Gremium, den Kreishandwer- kerschaften Oberland und Landsberg und dem Arbeitskreis Schule-Wirtschaft aus. 

Eine Chance für Jede(n)

Ihr großes soziales Engagement brachte der Denklinger Firma „Sumet Messtechnik“,  20 Mitarbeiter (MA), vier Auszubildende, die Auszeichnung ein. Hier erhalten auch vom Leben benachteiligte Menschen und solche mit einer Behinderung die Chance zur Eingliederung ins Arbeitsleben. Ein querschnittsgelähmter Rehabilitand wird demnächst fest angestellt. „Für die Jugendlichen ist es eine Riesenchance, im Betrieb mitwachsen zu können“, hat Geschäftsführer Heinz Suttner beobachtet. 

Hohe Ausbildungsquote

Die Firma „minos Sicherheitstechnik“ in Polling (35 MA, sechs Azubis) überzeugte die Jury mit guter Ausbildungsqualität und hoher Ausbildungsquote. „Einer unserer ersten Lehrlinge“, berichtete Geschäftsführer Josef Olbrich stolz, „ist nach 25 Jahren immer noch im Betrieb.“ Bei „minos“ ausgebildete Elektroniker konnten sich mit ihrem Wissen bei Bundesleistungswettbewerben auf den ersten Plätzen behaupten.  

Teilzeitausbildung

Das seit 80 Jahren im Familienbesitz befindliche Hotel „Garmischer Hof“ in GAP (21 MA, drei Azubis) ermöglicht einer Alleinerziehenden eine Teilzeitausbildung zur Fachkraft im Gastgewerbe. Inhaberin Christiane Seiwald setzt sich im Hotel- und Gaststättenverband für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein. „Eine Ausbildung ist die beste Versicherung gegen Arbeitslosigkeit“, so ihr Credo. 

Ausbildungsförderung

Über 80 Lehrlinge bildete der  Landsberger Friseurbetrieb Höss (15 MA, vier Azubis) aus,  einige von ihnen glänzten auf Meisterschaften mit vorderen Plätzen. Ihr Chef Ernst Höss, der sechs Jahre lang Kreishandwerksmeister in Landsberg war, kümmert sich um die sozialen Belange der Ausbildung und die Jugendarbeit. Im Verein für Aus- und Weiterbildung, dem er vorsteht, werden in der Aktion „Handwerk mit Herz“ benachteiligte Kinder „hervor- ragend betreut“, wie Farrenkopf betonte. Infos zum aktuellen Ausbildungsmarkt lesen Sie im Kreisboten Weilheim-Schongau am Mittwoch, 14. November.                                                                                                                                         Von Maria Hofstetter

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