Den Tod ausgetrickst

Weilheim – Petrus, Engel, Tod, Teufel und die Schwierigkeit, richtig zu wünschen. Die Laienspielgruppe des Heimat- und Trachtenvereins Weilheim wird heuer 75 Jahre alt und hat sich für das Jubiläumsjahr ein ganz besonderes Thema ausgesucht. Im Volksstück mit Gesang „Birnbaum und Hollerstauden“ geht es um die Problematik des richtigen Wünschens.

Der Schmied beschlägt unentgeltlich den Esel eines geheimnisvollen Fremden. Dieser gewährt ihm dafür die Erfüllung dreier Wünsche. Einer davon betrifft den Birnbaum im Hof, vom dem öfter die Birnen gestohlen werden. Er wünscht, dass jemand, der einmal auf den Baum klettert, nicht ohne Erlaubnis wieder herunter kommt. Das erweist sich noch als lebensrettend. Beim Kirchweihfest sitzt das Schmiedpaar (Hans Schaberl und Anita Kurzrock) auf der Bank unter den Hollerstauden. Als der Tod erscheint, um den Schmied zu holen, lockt ihn die Schmiedin auf den verwünschten Baum. Im Dorf stirbt niemand mehr. Das wollen weder alte Menschen noch der Teufel (Michael Albrecht), der den Nachschub für die Hölle vermisst. Nach allerlei Turbulenzen – der Tod hat Geschmack am Leben gefunden – wird die rechte Ordnung wieder hergestellt und das alt gewordene Schmiedpaar kommt in den Himmel. Das Stück in sieben Bildern von Josef Maria Lutz lebt in vielen Passagen von der Situationskomik, stimmt jedoch auch nachdenklich. Das passioniert aufspielende Ensemble steigert sich in seine Rollen hinein, von denen viele wie auf die Darsteller zugeschneidert passen. Besonders stark zu spüren ist das bei dem Tod, den ein großartiger Martin Gstaiger überzeugend und mit viel Ausdruckskraft darstellt. Passend dazu die Musik von Kurt Brüggemann. Die zur Premiere geladenen Gäste waren begeistert, wie der lang­anhaltende Applaus zum Ende zeigte. Bürgermeister Markus Loth gratulierte der Theatergruppe im Namen der Stadt zum Jubiläum und dankte für 75 Jahre Spielfreude mit „etwas Barem“. Die Bilanz der Theatergruppe ­lässt sich sehen. Seit ihrer Gründung im Jahr 1934 durch den damaligen Vereinsvorstand Georg Bischel und Spielleiter Alois Rid führte die Gruppe 114 Stücke zur Freude des Publikums auf, neun Spielleiter trugen Verantwortung für 392 Aufführungen und weit über 97000 Karten wurden verkauft. Die nächsten Aufführungen des Jubiläumsstückes sind am Freitag, 16., Samstag, 17. Januar, um jeweils 20 Uhr und Sonntag, 18. Januar, um 15 Uhr. Karten gibt es beim KREISBOTEN-Servicecenter, am Kirchplatz 15 in Weilheim, Tel. 0881/9275869.

Meistgelesene Artikel

Es war einmal...

Region – Geschichten dienen als kulturelles Gedächtnis der Gesellschaft und sie regen die Fantasie an. Eine Form des Geschichtenerzählens ist das …
Es war einmal...

Pilotprojekt in Weilheim

Weilheim – Bei den Weilheimer Stadtwerken wird tief gebohrt. Der Grund: Das Unternehmen Gravity Power (GP) bereitet die Umsetzung des Pilotprojekts …
Pilotprojekt in Weilheim

Großes Lob für "Schutzengel"

Peißenberg – Ein bisschen umkam Georg Off ja schon das „schlechte Gewissen“, als er bei der Ehrungsfeier für die knapp 90 aktiven Schülerlotsen im …
Großes Lob für "Schutzengel"

Kommentare