Ausländerbeirat ist vom Tisch

Nachdem sich bei einer Fragebogenaktion anstatt der geforderten 20 nur 10,2 Prozent der Wahlberechtigten für das Installieren eines Ausländerbeirates in Weilheim ausgesprochen haben, sieht Bürgermeister Markus Loth (BfW) „keinen weiteren Handlungsbedarf“.

Der Integrationsbeauftragte Alfred Honisch (Grüne) wertet die Umfrage dennoch als „Erfolg für die Stadt“. Von den Anfang Mai ausgegebenen 2988 Fragebögen an ausländische MitbürgerInnen und Personen mit Migrationshintergrund wurden bis zum 12. Juni 438 Bögen ausgefüllt an die Stadtverwaltung zurückgeschickt. 385 Befragte gaben an, dass sie sich in Weilheim wohl fühlen. Gleichwohl nannten die Befragten als Problemfelder die Bereiche Wohnung (192), Arbeit (145), Anerkennung (101), soziale Einrichtungen (88), Ausbildung (86) und Schule (64). 135 Mitbürger haben „keine Probleme“ mit ihrem Wohnort Weilheim. Eine gewählte Vertretung wünschen sich 304 ausländische Mitbürger und Personen mit Migrationshintergrund. Andreas Wunder, Leiter des städtischen Ordnungsamtes, berichtete dem Stadtrat über „zahlreiche Beschwerden und Unmutsäußerungen von Leuten, die seit 50 Jahren in Weilheim wohnen und nicht mit der Migration in Verbindung gebracht werden möchten“. Obwohl die Verwaltung im Vorfeld eindringlich auf diese Problematik hingewiesen habe, wollte der „Runde Tisch“ laut Wunder mit der Fragebogenaktion nicht nur ausländische Mitbürger, sondern auch Personen mit Migrationshintergrund erfassen. Honisch schloss in seine Dankesworte alle ein, die die Fragebogenaktion ermöglicht und durchgeführt haben. Das Umfrageergebnis sei eine positive Botschaft für die Stadt und eine solche Befragung bislang einzigartig im Landkreis. „Der größte Teil der Leute fühlt sich wohl in Weilheim und über 50 Prozent wären bereit, beim Ausländerbeirat mitzumachen“, fasste Honisch zusammen. Der „Runde Tisch“ wolle die Daten nun in seinen ersten Migrationsbericht einfließen lassen. Dass die Menschen mit Migrationshintergrund in der Stadt nach ihrer Meinung gefragt worden sind, hält Petra Arneth-Mangano für wichtig. „176 Menschen möchten in einem Beirat aktiv mitarbeiten, das ist eine ganze Menge“, erklärte sie. Die SPD-Stadträtin regte an, dass die Stadt die ausländischen Mitbürger beim Verbessern ihrer Sprachkenntnisse unterstützen sollte. „Man kann von kommunaler Seite einiges tun“, ist Arneth-Mangano überzeugt. 269 der Befragten bezeichnen ihre Deutschkenntnisse als gut, 111 Mitbürger halten sie für ausreichend, 32 für schlecht und acht sprechen nicht Deutsch, wie aus der Umfrage hervorgeht. Weitere Anträge seien schriftlich einzureichen, sagte Loth, um sie dann in den Fraktionen beraten zu können.

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