Speziell für Demenzkranke

AWO eröffnet neue Tagespflege in Peiting

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Dominik Spring und Anja Halbermeyer testen die Komfortsessel, die im Aufenthaltsraum der neuen Tagespflege stehen.

Peiting – Die Nachfrage nach einer vorübergehenden Pflege von Angehörigen ist groß. So groß, dass die AWO jetzt reagiert hat. Ab 4. Oktober bietet sie in Peiting eine Tagespflege an. Explizit richtet sich das Angebot der AWO, die dafür Räumlichkeiten in ihrem Seniorenwohnheim geschaffen hat, an demenziell-erkrankte Menschen und berücksichtigt dabei auch die Veränderungen im Pflegegesetz ab dem kommenden Jahr.

Bis zu 15 Gäste kann die neue Tagepflege aufnehmen, die Einrichtungsleiter Dominik Spring gemeinsam mit der Sozialpädagogin Anja Halbmeyer vorstellte. Im Umkreis sind alle derartigen Angebote mittlerweile geschlossen, weiß Spring und auch die letzte verbliebene Tagespflege habe ihren Standort nach Steingaden verlegt. „Wir haben in den vergangenen Jahren immer wieder Plätze in der Tagespflege in den Stationen eingestreut“, erzählt der Einrichtungsleiter. Aber die Nachfrage sei mittlerweile derart gestiegen, dass man das mit den Mitteln eines Pflegeheimes nicht mehr abdecken könne. Mehr als zwei oder drei Tagesgäste gehe zu Lasten der regulären Stationen.

Zugute kamen den Planungen neben der Tatsache, dass zwei Wohneinheiten im Seniorenzentrum frei standen, die des Heimleiters und die des Hausmeisters - auch das neue Lesitungsangebot der Pflegekassen hinsichtlich der Pflegebedürftigen, insbesondere der Demenzkranken. „Die Pflegekassen unterstützen uns ab dem nächsten Jahr deutlich besser“, so Spring.

Platz um zu essen und sich zurückzuziehen

Mittelpunkt der Tagespflege ist der großzügige Aufenthaltsraum mit Komfortsesseln, einer Multimediaecke, wo es einen Internetzugang gibt und der Möglichkeit, hier die drei Mahlzeiten einzunehmen. Daneben gibt es eine behindertengerechte und barrierefreie Toilette mit Duschmöglichkeit, einem kleinen Büro und einem Ruheraum, mit Fernsehen sowie Schlafgelegenheiten. Vom Aufenthaltsraum aus besteht ein Zugang zum großzügig gestalteten Garten des Seniorenheimes, den die Tagesgäste natürlich auch nutzen können.

Obwohl es einen Zugang durch das Seniorenheim gibt, können die Tagesgäste über einen eigenen Eingang in den Bereich gelangen, „wir sind hier vollkommen selbständig“. Obschon die Mahlzeiten aus der Küche des AWO-Zentrums kommen, neben den beiden Mittagsmenüs auch das Frühstück und Nachmittagskaffee. Immerhin öffnet die Tagespflege ihre Pforten schon morgens um 7.30 Uhr und steht an fünf Tagen der Woche bis 17 Uhr für die Gäste bereit. Theoretisch könnten die Mahlzeiten auch in der kleinen Küche zubereitet werden, die im Zuge der Umbauarbeiten auch entstanden ist.

Alltag erhalten und die Gäste beschäftigen

Dass die Tagesgäste beschäftigt werden und auch hier kochen können, kommt nicht von ungefähr. Man wolle den Alltag der Gäste so weit als möglich erhalten, erzählt Spring. Die Tagespflege ist ja auch keine 24-Stunden-Betreuung, sondern soll die pflegenden Angehörigen entlasten und ihnen die Möglichkeit geben, ihrer Arbeit nachzugehen oder auch selbst ein „normales“ Leben führen zu können. Deshalb auch „liegt der Schwerpunkt auf Demenzkranken mit Pflegestufe“, so Dominik Spring.

Demenzkranke sind oftmals körperlich fit, bedürfen weniger der Pflege als der Betreuung untertags. Das wird mit den neuen Pflegegraden, die ab 2017 die bisherigen Pflegestufen ersetzen und erstmals auch explizit auf die Situation von Demenzkranken eingehen, berücksichtigt. Mit der Tagespflege ergebe sich die Möglichkeit, so Spring, dass Demenzkranke noch länger zu Hause in der Familie leben können. Denn wenn die Angehörigen mit der Pflege überfordert sind, bleibe nur noch das Pflegeheim. So aber „funktioniert das Miteinander wieder besser“, weiß er um die Vorteile, wenn man den Vater oder die Mutter für ein paar Stunden am Tag und ein paar Tage die Woche gut aufgehoben und versorgt weiß.

Die neue Tagespflege wird künftig autark vom Seniorenheim agieren, neben der Leiterin Anja Halbmeyer werden sich fünf fest beschäftigte Pflege- und Fachkräfte um die Tagesgäste kümmern. Auch eine Kooperation mit dem Fahrdienst ist angedacht, um die Gäste von zu Hause abzuholen, wenn dies nötig sein sollte.

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