Die Bahn kommt ins Rollen – Bau des Weilheimer Busbahnhofs soll nächstes Jahr starten

(Ab 4. v. li.): Klaus Breil, Renate Dodell, Alexander Dobrindt, Markus Loth, Baureferatsleiterin Karin Groß, Stadtbaumeister Wolfgang Frank und Vertreter von Bahn und Regierung diskutierten über mögliche Lösungen des Weilheimer „Bahnhof-Problems“. Foto: Privat

Die Zukunft des Weilheimer Bahnhofs war Thema des Runden Tischs im Rathaus, an dem sich vergangenen Donnerstag Vertreter von Regierung, Bahn und Politik versammelt haben.

Seit Jahren setzt sich die Stadt für Verbesserungen im und um den Bahnhof ein, bisher hat die Bahn AG jedoch lediglich kurzfristige Maßnahmen durchgeführt. „Das war höchstens Kosmetik“, kritisierte Loth. Der Runde Tisch startete mit einer Besichtigung des Bahnhofs vor Ort. Nicht allen Gesprächspartnern sei laut Loth vorher klar gewesen, wie miserabel die Zustände dort wirklich sind. „Es war wichtig, endlich einmal alle Entscheider an einem Tisch zu haben um das ewige Hin und Her abzukürzen“, sagte Dobrindt. Die wichtigsten Ziele sind die Errichtung des Busbahnhofs und die Barrierefreiheit, zu der auch die Erhöhung der Bahnsteige gehören. Der Stadt Weilheim liegt seit Januar der Kaufvertrag der aurelis Real Estate GmbH vor, der das 9 000 m2 große Gelände gehört, auf dem der Busbahnhof gebaut werden soll. „Er wird derzeit juristisch geprüft, soll aber noch in der ersten Jahreshälfte abgeschlossen werden“, peilt Loth an. Kosten wird das nördlich des Bahnhofs gelegene Areal laut Stadtbaumeister Wolfgang Frank 540 000 Euro. Der Bau wird von der Regierung von Oberbayern zu 60 Prozent gefördert – das sind 3,4 Millionen Euro. „Es ist ein ehrgeiziges Ziel, aber wir wollen nächstes Jahr mit dem Bau beginnen“, hofft Loth. Der höchste Kostenfaktor bei der Umgestaltung des Bahnhofs wird die Barrierefreiheit sein. „Für die 150 000 Euro teure Grundplanung hat Hans-Peter Behrendsen vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft und Verkehr eine Förderung zugesichert“, erklärte Dobrindt. Mit seinem Bundestagskollegen Klaus Breil und der Landtagsabgeordneten Renate Dodell hatte er in den vergangenen Monaten verstärkt Druck auf die Bahn ausgeübt, damit in Sachen Weilheimer Bahnhof endlich etwas ins Rollen kommt. Der Weilheimer Bahnhof soll in die Liste der technischen Erneuerungen für 2013 bid 2018 der Bahn aufgenommen werden. Darin sind alle Baumaßnahmen aufgeführt, die in diesem Zeitraum erledigt werden sollen. Die Listen werden jeweils für fünf Jahre geplant. Ob das Bahnhofsgebäude abgerissen und neu gebaut oder das bestehende umgestaltet wird ist noch unklar: Wie Iris Ludwig, bei DB Mobility Networks Logistics zuständig für die Projektentwicklung, bereits im Bauausschuss erklärt hatte, kommt ein Neubau nur dann in Frage, wenn er sich wirtschaftlich rentiert. „Schon jetzt im April und Mai wird die zu Recht kritisierte Optik in Angriff genommen“, gab Dobrindt das Versprechen der Bahn weiter. Der „Verhau“ aus Kies, Stahl und Kabeln wird weggeräumt, die Begehbarkeit zumindest provisorisch verbessert, die Fahrradständer werden hergerichtet und die Toilettenanlagen zwei- statt wie bisher einmal täglich geputzt.

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