Trotz geringer Chancen: Stadtrat hält bei "Weilheim-Au" an Variante C fest

Bahn soll eine Ausnahme zulassen

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Ob Weilheim einen zweiten Halt der Pfaffenwinkelbahn bekommt bleibt weiterhin unklar.

Weilheim – Wünschenswertes und Machbares in Einklang zu bringen, ist im Falle des Bahnhaltes „Weilheim-Au“ ein schwieriges Unterfangen und entwickelt sich immer mehr zu einer unendlichen Geschichte.

Nachdem die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) im September nochmals mitgeteilt hatte, dass die „Stationsoffensive Bayern“ von Bahn und Freistaat für Weilheim einen zusätzlichen Halt der Pfaffenwinkelbahn vorsieht, die von der Stadt favorisierte Variante C jedoch nicht umsetzbar ist, erläuterte Dr. Johann Niggl in der Stadtratssitzung die Hintergründe.

„Die BEG koordiniert und moderiert, für die Infrastruktur ist die DB AG und letztlich der Bund zuständig“, erklärte der BEG-Geschäftsführer die Zuständigkeiten. Er verwies auf die nach Zugunfällen verschärften Sicherheitsbestimmungen der DB Netz AG, die bei dem südlich der Geistbühelstraße im Zwickel zwischen den Gleisen gelegenen Halt „Weilheim-Au“ nicht erfüllt werden können. Ausnahmen würden „extrem selten“ genehmigt und bedürften der Zustimmung des Eisenbahnbundesamtes. Variante B (südlich Geistbühelstraße, westlich Schongauer Gleis) wäre aus Sicht der Bahn realisierbar, fuhr Niggl fort. Hält die Stadt jedoch weiter an Variante C fest, werde das Projekt „zumindest für die nächsten Jahre“ und wohl bis Mitte der 2020er Jahre ad acta gelegt.

In der Diskussion wurden viele bereits bekannte Argumente, betreffend die Standortwahl und den Nutzerkreis, sowie Fragen nach Effektivität und Kosten eines Haltes „Weilheim-Au“ wieder aufgerollt. Für die für Variante B notwendige, von städtischer Seite zu finanzierende Unter- oder Überführung zum Trifthof setzte Niggl als „Erfahrungswert“ eine Mio. Euro an, wobei mit 50 Prozent Zuschuss gerechnet werden könnte. Des Weiteren müsste die Stadt Abstellplätze für Fahrräder und zwei Behindertenparkplätze schaffen.

Einige Räte ließen nicht locker und wollten die Ablehnung der DB AG nicht akzeptieren. „Für jede Richtlinie gibt es Ausnahmen. Wo steht denn, dass Bahnhalt C abgelehnt wird?“ erkundigte sich Stefan Zirngibl (CSU), der in einem zweiten Bahnhalt eine „große Zukunftswirkung“ sieht, auch wenn sie vielleicht erst später zum Tragen komme. Grünen-Stadtrat Alfred Honisch war das Diskutieren leid – „der Stadtrat hat sich ausgiebigst mit dem Vorhaben befasst“ – und fände das Ertüchtigen der Bahnhalte in Polling und Wielenbach „viel interessanter“. Für eine Aufwertung der Pfaffenwinkelbahn in jedem Fall sprach sich Ingo Remesch (SPD) aus. Verkehrsreferent Dr. Claus Reindl (BfW) wandte sich an den BEG-Vertreter mit der Frage, ob über einen weiteren Halt auf der Werdenfelsstrecke nachgedacht worden sei. Niggl winkte ab: „Das ist vom Fahrplan her nicht möglich. Im Werdenfelstakt geht es um jede Minute.“

Schließlich wurde in der Sitzung der Fahrgastverband Pro Bahn zu Rate gezogen, der Variante C erst ins Spiel gebracht hatte (wir berichteten). Kreisvorsitzender Norbert Moy bestätigte dem Gremium, dass Situationen, bei denen von zwei Bahnsteigen auf den Mittelbahnsteig gegangen wird, sehr selten zu finden seien. „DB Netz verschanzt sich gerne hinter dem Regelwerk. Die Beispiele sind rar gesät“, räumte Moy ein. In Einzelfällen könnten aber Zustimmungen erteilt werden. Anhand eines 2006 eingerichteten Haltepunktes bei Mönchengladbach mit beidseitigen Schrankenbäumen für die Fußgänger und einer Vollschrankenanlage demonstrierte Moy eine ähnliche Anlage. „Nutzen Sie Ihre guten politischen Kontakte“, riet er dem Gremium. Die Stadtratsmehrheit legte fest, Variante C nochmals überprüfen zu lassen. Bei erneuter Ablehnung sprachen sich nur fünf Stadträte für eine Weiterverfolgung von Variante B aus.

Von Maria Hofstetter

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