Das Bangen bleibt

Besorgte Mienen beim Neujahrsempfang auf dem Fliegerhorst Penzing. Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur und natürlich Bundeswehr lauschen hier den Ausführung des Standortältesten Klaus Schuster. In der Mitte die Bundestagsabgeordneten Alexander Dobrindt (CSU) und Klaus Breil (FDP). Fotos: Osman

Offiziell ist noch nicht bekannt, ob der Restflugbetrieb der Transall nach dem Jahr 2016 am Standort Penzing verbleibt oder ins schleswig-holsteinische Hohn abwandert. Doch beim Neujahrsempfang des Standortältesten am Freitag sprach CSU-Bundestagsabgeordneter Alexander Dobrindt Sätze, die die Anwesenden hoffnungsvoll aufhorchen ließen. „Vertrauen Sie auf die Stärke der Politik vor Ort und auf Ihre eigene Kraft“, so Dobrindt. Und dann: „Penzing ist der bessere Standort fürs Ausphasen. Ich bin mir sicher, dass es uns gelingt, die Transall am Standort Penzing zu halten.“

Standortältester Klaus Schuster hatte in seiner eigenen Ansprache noch bedauert, keine konkreten Entscheidungen mitteilen zu können. „Leider wird erst nächste Woche der erweiterte Führungsrat der Luftwaffe letzte Entscheidungen fällen können, wie die Verzahnung von Auflösungen, Verlagerungen und Umstrukturierungen bei der Luftwaffe zu realisieren sind.“ Überraschungen wie bei der Bekanntgabe der Standortentscheidungen seien derzeit reine Spekulation. Auch Schuster sieht für Penzing gute Chancen im Wettbewerb um den Weiterbetrieb der Transall bis 2021. Hier seien die notwendigen Instandhaltungskapazitäten sowie die Expertise vorhanden, die Hochwertteilegewinnung und die Aussonderung der Maschinen durchzuführen. Diese Fähigkeit fehle in Hohn, erklärte Schuster. Vor einer unsicheren Zukunft stehe auch das Bundeswehrdienstleistungszentrum in Landsberg. Zwar werde es höchstwahrscheinlich erhalten bleiben, aber „was, mit wieviel Personal für welche Betreuungsstärken wo gemacht werden soll, ist noch weitgehend unbekannt“, so der Standortälteste. „Das Bangen bleibt.“ Das Bangen erstreckt sich auch auf die sanitätsdienstliche Versorgung am Standort Landsberg/ Penzing. In der Standortentscheidungsbroschüre vom Oktober 2011 sei von der Auflösung der Sanität die Rede ge­- wesen. Für Klaus Schuster wäre dies „ein weiterer tiefer Einschnitt in die Betreuung unserer Truppe, vorschnell und unsachgemäß“. Ihren katholischen Militärseelsorger sind die Penzinger Bundeswehrangehörigen bereits los geworden. Die Dienstzeit von Militärpfarrer Georg Guggemos wurde im letzten Jahr überraschend nicht verlängert. „Ich denke, da hat der katholischen Militärseelsorge die göttliche Eingebung gefehlt“, kritisierte Schuster. Das sah auch FDP-Bundestagsabgeordneter Klaus Breil so. „Die Auflösung der Pfarrstelle bedaure ich. Militärseelsorger sind gerade jetzt wichtige Ansprechpartner.“ Breil selbst bot Hilfestellung für Härtefälle an. „Wir lassen Sie nicht allein.“ Auch er gab sich optimistisch, was den Weiterbetrieb bis 2021 angeht. Die technischen Voraussetzungen und die Infrastruktur sprächen zwingend für Penzing. Landsbergs Oberbürgermeister Ingo Lehmann (SPD), der stellvertretend für die Kommunalpolitik ans Rednerpult trat, bat um Verständnis dafür, dass man sich in der Region auch um „den Tag danach“ Gedanken machen müsse. Dies bedeute nicht, dass man den Standort bereits abgeschrieben habe. Doch eine weitsichtige Politik könne eben nicht umhin zu erkennen, „dass es hier in zehn Jahren wahrscheinlich keinen Neujahrsempfang mehr geben wird“.

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