BDM-Aktionstag in Peiting

Landwirte fordern höhere Milchpreise

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Rund 50 Landwirte bezogen mit ihren Traktoren Stellung vor Peitinger Supermärkten, um für einen höheren Milchpreis zu demonstrieren.

Peiting – Mit ihren Traktoren sind am Montagmorgen über 50 Landwirte aus der Region bei den Supermärkten an der Schongauer Straße in Peiting vorgefahren, um für höhere Milchpreise zu demonstrieren. Aufgerufen zur Aktion hatte der Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM). Eine Woche zuvor hatten die Bauern bereits mit der gleichen Forderung der Molkerei Hochland in Schongau einen Besuch abgestattet.

Schon kurz vor dem offiziellen Beginn der Aktion um 10.30 Uhr rücken die ersten Schlepper an – und werden von der Polizei, die sich an der Zufahrt zum großen Supermarktparkplatz positioniert hat, sogleich weitergewinkt. „Wir dürfen nicht aufs Gelände“, erklärt Michael Schelle. „Die Marktleiter sagen, sie brauchen den Platz für ihre Kunden.“ Der Landwirt aus Forst, der Mitglied im Kreisvorstand des BDM ist und mit Hubert Thoma die Aktion leitet, nimmt‘s gelassen. Statt auf dem Parkplatz stellen die rund 50 Landwirte ihre Gefährte auf der Schongauer Straße ab, die Aufmerksamkeit ist ihnen auch so sicher.

Für die Bauern ist es die zweite Protestaktion binnen weniger Tage. Vor einer Woche erst hatten sie die Molkerei Hochland in Schongau aufgesucht, diesmal waren Geschäfte des Lebensmitteleinzelhandels das Ziel. In beiden Fällen ging es um den Milchpreis, der durch seinen Verfall in den vergangenen Monaten die Bauern hart getroffen hat. Vielen stünde das Wasser bis zum Hals, sagt Schelle. Um den heimischen Betrieb zu retten, würden vielerorts Familienmitglieder zusätzlich zum ohnehin hohen Pensum arbeiten gehen. „Der nächste Schritt ist die Aufgabe.“

Doch es gibt Hoffnung. Denn so langsam zeichnet sich ab, dass sich der Markt erholt, was damit zusammenhängt, dass europaweit weniger Milch produziert wird. Die Preise für Butter und frei handelbare Rohmilch seien bereits deutlich gestiegen, hebt Schelle hervor. Teurer geworden seien auch Milchpulver und Käse. „Der Markt dreht sich gerade.“ Das Problem: Die Erzeuger spüren davon noch nichts.

Der Einzelhandel müsse deshalb sofort die Einstandspreise für alle Milchprodukte erhöhen, die Mehrerlöse an die Molkereien weitergeben und die sie wiederum an die Milchbauern, lautet die Forderung des BDM. „Wir brauchen mindestens 40 Cent pro Liter, um einigermaßen über die Runden zu kommen“, sagt Schelle. Eine erste Bewegung hat es bereits gegeben. So zahlt Hochland ab Oktober 28,5 statt 27 Cent für den Liter Milch, ab November steigt der Preis nochmals um 1,5 Cent auf 30 Cent.

Auch wenn sie jetzt Ziel des Protests waren: Verantwortlich für die aktuell fatale Lage der Milchbauern seien nicht der Handel oder die Molkereien, sondern die Politik, betont Schelle. Diese habe es verpasst, mit dem Auslaufen der Milchquote ein geeignetes Instrument einzuführen, um derartige Notsituationen zu verhindern.

Christoph Peters 

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