Beispielhaftes Pilotprojekt

"Sozialer Treff" im neuen Schächen

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Zufriedene Gesichter bei der Übergabe des Bescheids: (v. li.) Alfred Hadersbeck, Martina Rauch, Alexander Huhn, Bürgermeister Thomas Dorsch, Bruno Bernhard, Ethelbert sowie Elisabeth Gutmann mit Töchterchen.

Hohenpeißenberg – Es wird ja viel geschimpft über die Europäische Union, vor allem über deren Bürokratie und Regelungswut. Außer Acht bleibt dabei aber oft, dass Deutschland nicht nur Gelder nach Brüssel schickt, sondern auch Fördermittel in die heimischen Regionen zurückfließen – und das in stattlicher Höhe. Bestes Beispiel dafür ist Hohenpeißenberg. In der Rigi-Gemeinde wurde vor ein paar Jahren nicht nur der Bau des Hetten-Badesees mit EU-Zuschüssen ermöglicht, sondern nun im Rahmen des europäischen Leader-Programms auch eine Anschubfinanzierung für das Projekt „Sozialer Treff im Schächen“ gewährt.

Bürgermeister Thomas Dorsch sprach bei der offiziellen Übergabe des Förderbescheids von einem „besonders freudigen Tag“ – und das aus gutem Grund: Insgesamt erhält die Kommune Zuwendungen in Höhe von 116 250 Euro für den Erwerb von 180 Quadratmeter großen Räumlichkeiten im neuen Schächengebäude sowie für die spätere Finanzierung der Personal- und Betriebskosten.

Der „Soziale Treff“ ist ein Pilotprojekt, das die Gemeinde zusammen mit dem Caritasverband der Erzdiözese München und Freising sowie in Kooperation mit der Ökumenischen Sozialstation realisieren möchte. Ziel ist es, eine Begegnungsstätte für Jung und Alt zu schaffen, in der unter anderem auch verschiedene soziale Beratungs- und Dienstleistungsangebote in Anspruch genommen werden können.

Ein festes Konzept gibt es nicht: „Wir wollen dem Ort nichts überstülpen, sondern einen Rahmen bieten“, erklärte Caritas-Vertreter Alexander Huhn. Die in der Gemeinde bereits bestehenden Angebote wie Nachbarschaftshilfe und Vereine sollen mit professionellen Strukturen verknüpft werden. Bei entsprechender Nachfrage wäre zum Beispiel die Einrichtung eines stationären Mittagstisches oder eines Seniorencafés denkbar.

Der „Soziale Treff“ soll generell zur „Belebung der Dorfkultur“ beitragen und eine „zentrale Anlaufstelle“ sein – und zwar „für sämtliche Bedürfnisse, die mit dem demographischen Wandel der Bevölkerung einhergehen“.

Ethelbert Babl, Leader-Koordinator beim zuständigen Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, betonte, dass der „Soziale Treff“ die Förderkriterien „beispielhaft“ erfüllen würde. Das Projekt schaffe etwas Neues, beteilige die Bürger und trage zur Vernetzung von Angeboten bei. „Ich habe den Förderbescheid mit bestem Gewissen unterschrieben. Wir setzen große Hoffnungen in das Projekt. Der Bedarf ist da“, ergänzte Babls Kollege Bruno Bernhard.

Ganz billig wird der „Soziale Treff“ für Hohenpeißenberg allerdings nicht – trotz der Bezuschussung aus den EU-Fördertöpfen. Die Gemeinde muss 500 000 Euro aus eigener Tasche berappen, hinzu kommen die jährlichen Unterhaltskosten. Der Startschuss soll Mitte nächsten Jahres nach Fertigstellung des neuen Schächen erfolgen. Der „Soziale Treff“ wird dann übrigens auch Bürgern anderer Gemeinden offenstehen: „Das ist kein exklusives Angebot für Hohenpeißenberg“, konstatierte Dorsch.

Bernhard Jepsen

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