Ausschank an der Tiefstollenhalle ist abgeblasen

Hickhack um Biergartenbetrieb

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Es wird keinen Biergarten an der Tiefstollenhalle geben. 

Peißenberg – „Das Erlebnisbergwerk hat einen wahnsinnigen Zulauf“, freut sich Bürgermeisterin Manuela Vanni über die gestiegenen Besucherzahlen im Bergbaumuseum seit dem Umbau des Schaustollens. Allerdings gibt es einen Wermutstropfen: Rund um die Tiefstollenhalle gibt es für die Besucher keine Möglichkeit zur Einkehr in ein Bistro oder Café.

Bis 2012 hatte Hausmeister Gregor Christner von Frühling bis Herbst zumindest einen Biergartenausschank organisiert – und zwar jeden zweiten Sonntag im Monat während der gemeinsamen Öffnungszeiten des Bergbaumuseums und der Bockerlbahn. Christners Angebot wurde rege genutzt und kam bei den Besuchern gut an. Doch eine Fortsetzung – wie vom Gemeinderat eigentlich gewünscht und beschlossen - wird es nicht geben.

Wie Bürgermeisterin Manuela Vanni auf Nachfrage mitteilte, ist keiner der drei offiziellen Tiefstollenhallen-Caterer (Thomas Spirkl, Horst Mönig und Gasthof „Eibenwald“) bereit, den wetterabhängigen und nicht allzu lukrativen Biergartenbetrieb zu übernehmen. Und was ist mit Gregor Christner? Der wäre ursprünglich nicht abgeneigt gewesen, doch inzwischen hat auch er das Interesse respektive die Lust verloren.

Hintergrund: Bis Ende 2012 war Christner als Inhaber einer Gaststättenerlaubnis im Bewirtungspool für die Tiefstollenhalle mitaufgelistet. Doch die „Doppelfunktion“ als Wirt und bei der Gemeinde angestellter Hausmeister wurde im Marktrat wegen des Arbeitsaufwands kritisch beurteilt. Anfang 2013 war für Christner mit dem Catering dann Schluss. Ob auf sanftem Druck oder aus freien Stücken, darüber gab es damals unterschiedliche Aussagen. Christner bewirtete in der Folgezeit nur noch die gemeindlichen Veranstaltungen wie zum Beispiel die Bürgerversammlung.

Als es im Gemeinderat nun um die Fortsetzung des Biergartenbetriebs ging, gab es jedoch wieder Knatsch: Während Bürgermeisterin Vanni hinsichtlich der Trägerschaft nicht nur die drei Caterer ansprechen wollte, sondern parallel dazu auch Christner, legte der Marktrat sein Veto ein: Man müsse eine feste Reihenfolge einhalten und zunächst den drei offiziellen Wirten den Biergartenbetrieb anbieten, hieß es als Begründung.

Christner, der sich öffentlich nicht zur Thematik äußern will, reagierte dem Vernehmen nach angesäuert – und so kam es, wie es kommen musste: Nachdem die drei Caterer dankend abgewunken hatten, gab es für die Gemeinde auch von Christner eine Absage. Fazit: Die Besucher der Bockerlbahn und des Bergbaumuseums müssen auch in Zukunft auf gemütliches Biergartenambiente am Tiefstollengelände verzichten.

Von Bernhard Jepsen

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