Erster Bildungsgipfel- und Messe des Landkreises Weilheim-Schongau in der Stadthalle

Lernen mit Perspektive

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Den Award als Bildungspartner 2016 erhielt der Arbeitskreis (AK) „Schule Wirtschaft“ Weilheim. V. li.: Adelheid Meyer, stellvertretende Schulleiterin Gymnasium Weilheim; Landrätin und Schirmherrin des Bildungsgipfels und der Messe Andrea Jochner-Weiß; Josef Koch, Direktor Vereinigte Sparkassen Weilheim; Justina Eibl, Leiterin der Stabstelle Wirtschaftsförderung und Geschäftsführer des AK Robert Christian Mayer, Vereinigte Sparkassen.Als Award überreicht wurde eine stilisierte Pusteblume, das Logo für den Bildungsstandort Weilheim-Schongau.

Weilheim – Zum ersten Mal fand am Mittwoch unter dem Motto Bildungsstandort Weilheim-Schongau „Lernen mit Perspektive“ ein Bildungsgipfel statt. Im Zuge dessen wurde auch das neue Bildungsportal Oberland vorgestellt. Am Nachmittag stand es allen interessierten Bürgern offen, die Bildungsmesse in der Stadthalle zu besuchen.

Begrüßt wurden die Teilnehmer aus Wirtschaft, Bildung, Verwaltung, Politik, Verbänden und Medien von Landrätin Andrea Jochner-Weiß, die gleich zu Beginn die Frage, ob eine solche Veranstaltung sinnvoll ist, mit einem Ja beantwortete. Zukunftsorientierte Bildung bedarf der Vernetzung. Mit dem Bildungsbegriff würden sie so viele unterschiedliche Auffassungen und Konzepte verbinden wie es Lebensplanungen gibt. Dem gilt es durch unterschiedliche Angebote und Konzepte Rechnung zu tragen. Jochner-Weiß hob hervor, dass die Bildung und kontinuierliche Weiterbildung die Grundlage für unsere Gesellschaft ist. Bildung muss daher für alle zugänglich sein. Notwendig ist folglich auch die Bereitstellung eines vielfältigen Bildungsangebots. „Mit dem Bildungsgipfel setzten wir einen Meilenstein“, so die Landrätin. Zusammen mit der Messe – zu der über 50 Aussteller ihr kommen zugesagt hatten – wurde eine neue Vernetzung geschaffen, welche die Bandbreite von frühkindlicher Bildung bis hin zu Weiterbildungen für Erwachsene abdeckt. Der Ansatz ist das „lebenslange Lernen“.

Dr. Wolfgang Fruhmann gab einen Überblick zur Entwicklung, dem aktuellen Stand und den Zielen des Bildungsstandorts Weilheim-Schongau. Gegründet wurde die Initiative „Lernen mit Perspektive“ 2013, mit dem Ansatz „Bildung ist eine gemeinsame Aufgabe“. Damit der Landkreis in Zukunft ein wettbewerbsfähiger und attraktiver Standort ist, muss die Bildung gefördert werden und das geht nur gemeinsam. Daher setzt die Initiative auf Projekte und eine partnerschaftliche Vernetzung. Wie das konkret umgesetzt werden kann, zeigt der Arbeitskreis (AK) „Schule Wirtschaft“.

150 Teilnehmer aus Bereichen wie Politik, Wirtschaft und Bildungsträger haben Teil an der Initiative „Lernen mit Perspektive“.

Wolfgang Fruhmann, stellte den Anwesenden beim Bildungsgipfel auch die Ziele der Initiative vor. Es gehe darum, wie auch die Landrätin davor schon erklärte, passgenaue Angebote für alle Bildungsbedürfnisse zu entwickeln und bereitzustellen. Wichtig sei auch die Transparenz bei den Bildungsangeboten. Ein Schritt dabei ist das Bildungsportal. Durch weitere Kooperation soll der Landkreis für die Zukunft fit gemacht und neue Strategien in der Bildung entwickelt werden.

Um die Ziele zu erreichen, wurden unterschiedliche Dialogforen gebildet, die sich mit der Bildung in unterschiedlichen Lebensabschnitten befassten. Daraus wurden bereits unterschiedliche Erkenntnisse gezogen. Für den Bereich „Frühes Lernen“ geht es zum Beispiel um frühzeitige Elternberatung oder die Unterstützung der Kindergärtnerinnen. Im zweiten Bereich geht es um den Übergang von Schule und Beruf. Die Schüler sollen leicht Informationen zu Berufen finden und Berufs- und Studienmöglichkeiten in der Region sind zu fördern. Im Weiteren gilt es die Kooperation zwischen Hochschule und Wirtschaft zu verbessern, um zum Beispiel Studienabbrecher aufzufangen oder das duales Studium zu stärken. Dem schließt sich das lebenslange Lernen an. Hier geht es unter anderem um den Austausch von Wissen und Kompetenzen und Qualifizierungsangebote für Ehrenamtliche. „Das ganze Leben ist ein einziges Update“, schloss Fruhmann den Überblick.

Beispiele, wie genau die Umsetzung der Initiative aussehen kann, finden sich beim AK „Schule Wirtschaft“, der IHK für München und Oberbayern, der Kreishandwerkerschft Oberland, dem Gemeinsamen Elternbeirat Landkreis Weilheim-Schongau e.V. und dem Regionalmanagement im Landkreis Weilheim-Schongau.

Für seine Arbeit wurde der AK „Schule Wirtschaft“ Weilheim – ein Zusammenschluss von circa 300 Personen unter anderem aus Unternehmen und Schulen – sogar mit einem Award als Bildungspartner 2016 ausgezeichnet. Der Award ist eine stilisierte Pusteblume, das Logo des Bildungsstandortes Weilheim-Schongau. Der AK organisiert unter anderem, zusammen mit der Wirtschaftsförderung des Landkreises, „Job on Tour“. Dabei handelt es sich um eine Maßnahme, die Jugendlichen den Übergang von der Schule in das Berufsleben, beziehungsweise die Berufsfindung, erleichtern soll. Ein roter RVO Bus wird dabei zum Klassenzimmer, das zu einem der Schulstandorte – das sind Weilheim, Peißenberg, Peiting und Schongau – kommt. Die Schüler der achten, neunten und zehnten Klassen sind dann eingeladen, sich über ein Berufsbild zu informieren, das ihnen ein Referent mit viel Leidenschaft für den Beruf nahe bringt. Bisher wurden zum Beispiel die Berufe Bäcker, Koch, Schreiner oder Elektriker vorgestellt.

Einmal wurde der Bus auch zum mobilen Klassenzimmer und brachte die Schüler zu einem Unternehmen. Solche Besuche von Unternehmen sollen in Zukunft ausgebaut werden, erklärte Robert Christian Mayer, der den AK vorstellte und das Konzept von Job on Tour erklärte. Das Ziel: „Finde den Job der so richtig zu dir passt“, so Mayer.

Eine neue Kooperation besteht auch zwischen dem Landkreis Weilheim-Schongau und dem Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen: das gemeinsame Bildungsportal Oberland. Die Website soll umfassend über Bildungsangebote in den beiden Landkreisen informieren und zur Transparenz auf dem Bildungssektor beitragen. Internetadresse: www.oberland.bildungsportal-bayern.info.

Dem Bildungsgipfel schloss sich am Nachmittag eine Bildungsmesse an, die von allen interessierten Bürgern besucht werden konnte. Dabei informierten unter anderem Schulen, das Arbeitsamt und Hochschulen sowie Organisationen über Bildungsmöglichkeiten in allen Altersstufen. Die Messe wurde von den Bürgern angenommen, überfüllt war die Stadthalle aber nicht.

Weitere Infos: www.weilheim-schongau.de; www.lernen-mit-perspektive.de oder www.oberland.bildungsportal-bayern.info.

Von Melanie Wießmeyer

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