Bischofsvikar Karlheinz Knebel absolviert Pastoralvisitation in Pfarreiengemeinschaft Peißenberg-Forst

"Forst ist eine Bereicherung"

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Gute Laune herrschte beim Abschluss-Stehempfang zur Pastoralvisitation bei (v.li.) Georg Fetsch, Karlheinz Knebel und Manuela Vanni.

Peißenberg – „Das ist ja wie bei uns im Rathaus der Kommunale Prüfungsverband“, scherzte Bürgermeisterin Manuela Vanni beim Stehempfang zum Abschluss der Pastoralvisitation in der katholischen Pfarreiengemeinschaft Peißenberg-Forst. „Nein, ganz so schlimm sind wir nicht“, erwiderte der vom Bistum Augsburg gesandte Bischofsvikar, Karlheinz Knebel, mit einem breiten Lachen im Gesicht. Die Stimmung nach drei Tagen Visitation war also betont locker und gelöst.

Nein, es sollte ausdrücklich „kein Kontrollbesuch“ gewesen sein, der Knebel nach Peißenberg und Forst führte. Mit den Visitationen, so hieß es, soll den Kirchengemeinden vielmehr die Gelegenheit zur „Selbstreflexion“ gegeben und aufgezeigt werden, wo den Gläubigen an der Basis der Schuh drückt und in welchen Themenfeldern Handlungsbedarf besteht. Die Besuche sollen den direkten Dialog mit dem Bistum fördern – und in Peißenberg / Forst scheint das ganz gut geklappt zu haben: „Es war aus meiner persönlichen Sicht eine positive Begegnung. Ich habe viel Lebendiges gesehen. Hier wird mit wachem Geist und Sinn die Realität gesehen“, resümierte Knebel sein Visitationswochenende. Unter anderem wurden Kindergärten besichtigt, die Sakristeien und Büros begutachtet, der Bücherbestand geprüft und über inhaltliche Themen gesprochen.

Natürlich läuft nicht alles perfekt in der Pfarreiengemeinschaft: „Aber ich würde auch erschrecken, wenn es keine Probleme gäbe“, erklärte Knebel. Der Zusammenschluss der beiden Peißenberger Pfarreien (St. Johann und St. Barbara) und der Kirchengemeinde St. Leonhard sei allerdings auf einem guten Weg: „Forst ist eine Bereicherung für die Pfarrgemeinschaft“, stellte Knebel fest.

Themen bei der Visitation seien auch die Diskussionen über die zunehmende Pluralität der Gesellschaft, über die Definition des Begriffs „Kirche“ und über den Priestermangel gewesen. Bezüglich der Pastoralplanung ist man laut Pfarrer Georg Fetsch in Peißenberg-Forst „noch ganz gut besetzt“. Allerdings werde von den Gläubigen immer wieder der Zölibat infrage gestellt. „Das Problem würde sich aber ohne Zölibat nicht gravierend verändern“, glaubt Fetsch, dessen Gesamtfazit zur Visitation ebenfalls positiv ausfiel. Eine seiner Erkenntnisse: „Die Zusammenarbeit in der Pfarreiengemeinschaft zwischen haupt- und ehrenamtlichen Kräften läuft gut.“ Auch Fetsch selber bekam Lob: „Er hat eine sehr nette, ausdauernde Art. Der hält einiges aus“, so Knebels Urteil. Die nächste Bistumsvisitation wird vermutlich erst in zehn bis 15 Jahren stattfinden.

Von Bernhard Jepsen

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