Dichtes Netzwerk an Hilfen geknüpft – Jubiläum mit Fachtag gefeiert

30 Jahre Brücken gebaut

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Referent Prof. Dr. Christian Pfeiffer (li.) stellte sich vor der Stadthalle zusammen mit dem „Brücke“-Team den Fotografen.

Weilheim – Seit seiner Gründung 1984 mit elf Mitgliedern hat der „Brücke“-Verein viele ehrenamtliche Leistungen gestemmt. 

Aus der Idee, straffällig gewordene Jugendliche mit erzieherischer Unterstützung wieder auf den rechten Weg zu bringen, ist ein dichtes Netz an sozialen Hilfsangeboten für Kinder, Jugendliche, Eltern und Erzieher geknüpft worden. Der Prävention wird heute bei der „Brücke“-Arbeit ein hoher Stellenwert eingeräumt.

Vergangene Woche wurde das 30-jährige Bestehen in der Stadthalle mit einem Fachtag gefeiert. Die erste Vorsitzende Marion Lunz-Schmieder und Geschäftsführerin Miriam Folda begrüßten über 200 geladene Gäste, darunter Kooperations- und Projektpartner aus Jugend- und Familienhilfe, Schulen, Politik, Polizei und Gerichten. 

Eine Ausstellung im Foyer gab den Besuchern einen kleinen Überblick über die „Brücke“-Angebote. Sie reichen von präventiver Unterstützung in Schule und Hort über Streetwork und Antigewalttraining bis hin zu Hilfen für arbeitslose Jugendliche und solche, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind. Eine mit Playmobilfiguren gestaltete „Szenenplatte“ gab Einblick in den Arbeitsalltag. Wer aktuell zum „Brücke“-Team dazu gehört, war auf einer aus Holz gefertigten Hängebrücke zu sehen.

Mit dem Referenten Prof. Dr. Christian Pfeiffer vom Kriminologischen Institut Niedersachsen hatte die „Brücke Ober- land“ den Begründer und Vorsitzenden der Münchner „Brücke“ nach Weilheim geholt. Für seinen Modellversuch zur Erprobung neuer Maßnahmen bei der Betreuung von straffällig gewordenen Jugendlicher hat der Münchner „Brücke“-Verein den bayerischen Sozialpreis erhalten und wurde bundesweit zum Vorbild für über 400 Nachfolgeprojekte. Pfeiffer ging in seinem Vortrag unter anderem auf die „Prävention und Strafverfolgung von Jugendkriminalität“ ein.

Eine wichtige Aufgabe besteht für die „Brücke Oberland“ darin, sich um schwer erreichbare Jugendliche zu küm- mern, die sonst „durch alle Raster fallen würden“, wie es Geschäftsführerin Folda formulierte. Damit es erst gar nicht so weit kommt, wird im Vorfeld gegengesteuert. „Wir wollen sofort helfen und nicht warten, bis das Kind in den Brunnen gefallen ist“, verdeutlichte dies Vorstandsmitglied Georg Wernthaler. Das Gros der Hilfen wird vom Landkreis finanziert. Die „Brücke Oberland““ arbeitet aber auch im Auftrag des Gerichtes, das Geldbußen an den Verein verordnet. Um die vielfältigen Hilsangebote stemmen zu können, ist der Verein auch auf Spenden angewiesen. Den Jahresumsatz bezifferte Folda mit zirka 1,5 Mio. Euro.

Zum Kernteam der „Brücke Oberland“ zählen 45 Fach- und fünf Bürokräfte. Fast alle Sozial- und DiplompädagogInnen haben eine Zusatzqualifikation. Weitere Kräfte, wie Schulbegleiter, fremdsprachige Mitarbeiter und solche für ambulante Hilfe, verstärken das Team. Laut Folda werden für neue Projekte noch Diplom-Pädagogen gesucht. Mehr Infos zur Arbeit der „Brücke“ unter www.bruecke-oberland.de.

Von Maria Hofstetter

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