Buchheim-Museum und Gemeinde Bernried sollen eine "Gesamtwunderwelt" werden

Sammlung wieder daheim

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Gleiten lautlos durch den Expressionisten-Saal: Buchheim-Direktor Daniel J. Schreiber, Prof. Regine Keller (TU München), Vize-Direktorin Rajka Knipper und Bernrieds Bürgermeister Josef Steigenberger (v. li.).

Bernried – Buchheims Museum der Phantasie kann zwar Jahr für Jahr mit steigenden Besucherzahlen aufwarten, trotzdem soll die „Schatzkiste“ am Starnberger See noch bekannter werden und mehr Kunstfreunde nach Bernried locken. Dazu schlossen jetzt Direktor Daniel J. Schreiber, Bernrieds Bürgermeister Josef Steigenberger und Regine Keller, Professorin an der TU München, einen Pakt für eine aktivere Zukunftsgestaltung rund um das 2001 eröffnete Museum.

Gemeinde, Parkflächen und Museum sollen zu einer Art „Gesamtwunderwelt“ touristisch vernetzt werden. Für die Neu- und Umgestaltung der Grünanlagen fertigen Prof. Regine Keller und ihr Studienjahrgang „Landschaftsarchitektur“ an der Technischen Universität (TU) München Einzel- und Gruppen- entwürfe, die möglichst ab Sommer umgesetzt werden sollen. Angedacht sind auch Outdoor-Kunstaktionen, die ohne Eintrittskarte besucht werden können.

Zu den Planungen der TU München gehören optimalere Anfahrtstipps und Ausschilderung zum Museum per Auto, Bahn, Schiff oder zu Fuß. Denn an Touristen mangelt es in Bernried nicht. Laut Bürgermeister Josef Steigenberger verzeichnet seine Gemeinde die höchsten Übernachtungszahlen in den Landkreisen Starnberg und Weilheim. Ein Besuch im Buchheim-Museum sollte daher bei jedem Gast auf dem Pflichtprogramm stehen.

Zumal das Museum neben den Buchheim-Schätzen ständig viel zu bieten hat. Seit letztem Sonntag ist die Expressionisten-Sammlung wieder „dahoam“, die knapp ein Jahr lang in der von „Stern“-Macher Henri Nannen gegründeten Kunsthalle in Emden zu sehen war. Die spektakulären Werke von Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Karl Schmitt-Rottluff, Max Beckmann oder Emil Nolde wurden neu gehängt und bieten damit neue Sichtweisen.

Ganz bequem können sich die Besucher des Expressionisten-Saales in Bernried auf wie von Geisterhand bewegten Bänken durch die Bilderschau gleiten lassen.

Bis zum 5. Juni ist die Ausstellung „Echte Kunst für alle“ zu sehen mit Druckgrafiken von Willi Baumeister, Max Ernst, Marino Marini, Jacques Villon, Serge Poliakoff und anderen. Diese 100 besten Blätter aus Buchheims Feldafinger Wohnhaus sind ein echter Schatz für das Museum.

Auf dem Programm des Jahres 2016 stehen auch außergewöhnliche Sonderausstellungen. So zeigt der von der traditionellen Korbmacherei kommende Emmanuel Heringer Flechtwerke, die sich durch ihre organischen Strukturen wie selbstverständlich in Gärten und Wohnbereiche einfügen (23. Juli bis 13. November).

Karen Müller, die in Elmau bei Garmisch lebende Porzellankünstlerin, wird auf dem Promenadendeck und im Turm des Museums ihre Werke präsentieren. In Frankreich und Japan zählt sie zu den renommiertesten Künstlerinnen ihres Faches, in Deutschland ist sie noch ein Geheimtipp (9. April bis 17. Juli).

Parallel zur Ausstellung „Graffiti-Street Art“ (11. Juni bis 16. Oktober) wird das Buchheim-Museum einen Wettbewerb für bekannte Graffiti-Sprayer ausschreiben. Ziel ist es, die von Buchheim so definierte „blaue Graffiti-Wand“ des Museums zu gestalten. Und das in eventuell zweijährigem Rhythmus immer wieder neu.

Was es sonst noch alles im Buchheim-Museum auf dem Programm steht – von Hundertwasser bis zu Gustav Klimts „Erotischen Druckgrafiken aus Japan“ – finden Kunstfreunde auf der Website www.buchheimmuseum.de .

Von Dieter Roettig

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