Bürger äußern noch große Vorbehalte Einvernehmen für Bauantrag lässt Stadt kaum Spielraum – Landratsamt hat das letzte Wort

BifO-Vorsitzende Romana Asam (mi.) überreichte Bürgermeister Markus Loth „über 350 Unterschriften“ von Kraftwerksgegnern und schließt ein Bürgerbegehren nicht aus. Li. im Bild die Leiterin der städtischen Bauverwaltung, Karin Groß. Foto: Jazbec

So argumentieren die Stadträte und der Bürgermeister

Bürgermeister Markus Loth, BfW: „Das Landratsamt hat versprochen, genau auf die Lärmeinhaltung zu achten. Die Stadt wird das schriftlich einfordern.“ Stefan Zirngibl, Energiereferent, CSU: „Wesentliche Vorbehalte sprechen für ein Vertagen der Entscheidung. Wir müssen die Fragen sauber aufarbeiten. Wenn nicht noch fundierte Gründe, die dagegen sprechen, auftauchen, wird die CSU im Juli das gemeindliche Einvernehmen erteilen.“ Dr. Norbert Vidal, BfW: „Wir haben kein Recht, die Bohrung zu verhindern. Das Kraftwerksgebäude ist ein Bauvorhaben auf städtischer Flur, da ist unser Einvernehmen einzuholen. Die BfW ist mehrheitlich für die Durchführung der Exploration. Baurechtliche Auflagen sind strikt einzuhalten, wobei auch diese Überprüfung nicht Aufgabe der Stadt ist.“ Alfred Honisch, Grüne, plädiert für eine Denkpause: „Wir haben das größte Geothermieprojekt in Deutschland vor uns und tun so, als ob wir nichts beeinflussen könnten... Noch gibt es eine Dissensstimmung. Wir müssen den Bürger auf unsere Seite ziehen.“ Klaus Gast, CSU: „Wir sollten die Fragen nicht übers Knie brechen. Ich empfehle für die Anwohner noch eine Bürgerversammlung im kleinen Kreis.“ Michael Lorbacher: „Die SPD möchte das HDR-Verfahren (petrothermale Energiegewinnung, Anm.d. Red.) ausdrücklich ausschließen.“ Dr. Ulf Knabe, BfW: „Die Sorgen der Bürger müssen ernst genommen werden. Ich habe aber kein gutes Gefühl, wenn wir den Geschäftsantrag noch vier bis fünf Wochen vor uns herschieben.“ Uta Orawetz, CSU: „Die Erkenntnisse aus den beantworteten Fragen müssen in die Stellungnahmen eingearbeitet werden. Wir brauchen noch Zeit. Die Unterlagen sind zu dürftig.“ Karl-Heinz Grehl, Grüne: „Herr Wiendieck braucht uns und wir ihn. Wenn wir unsere Zustimmung verweigern, wird er kein gutes Kirschen essen in Weilheim haben.“ Michael Lorbacher zu Alfred Honisch, der mit Grehl u. a. einen Geothermiebeauftragten, einen Runden Tisch und das „weitestgehende Offenlegen“ aller zum Genehmigungs- und Betriebsverfahren gehörenden Dokumente fordert: „Die Plakativität dieses Antrages stört mich.“

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