Erste Bürgerstiftung im Landkreis ist unterzeichnet

Als Stifter Weilheim mitgestalten

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Vollzogen mit ihrer Unterschrift auf der Errichtungsurkunde den formalen Akt: V. li. Josef Koch, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse, Bürgermeister Markus Loth und Stiftungsberater Dieter Weisner von der DT Deutsche Stiftungstreuhand AG.

Weilheim – Die Kreisstadt hat jetzt offiziell eine Bürgerstiftung, in der Weilheimer ihr Vermögen zur Finanzierung von Gemeinwohlaufgaben hinterlassen können.

„Dieses beschlossene Konstrukt ist genau das Richtige für unsere Stadt“, signalisierte Bürgermeister Markus Loth und sprach bei der Urkundenunterzeichnung von einem „symbolischen Akt“. 

Alle Weilheimer können von den Ausschüttungen der Stiftung unter dem Dach der DT Deutsche Stiftungstreuhand AG profitieren, die das Sondervermögen verwaltet. Im November 2012 waren mit der Gründung der Stiftergemeinschaft der Vereinigten Sparkassen im Landkreis Weilheim die Voraussetzungen für die erste Bürgerstiftung im Landkreis getroffen worden (wir berichteten). Die Stadt Weilheim stellt, verteilt auf vier Jahre, 100 000 Euro als Grundstockvermögen zur Verfügung, 10 000 Euro bringt die Sparkasse als Zuschuss ein. Mit den Erträgen aus den Zuwendungen der Bürgerschaft kann die Stadt gemeinnützige Projekte fördern, ohne den kommunalen Haushalt zu belasten. 

Jeder kann Stifter werden, sich mit einem beliebigen Betrag an der Bürgerstiftung beteiligen und damit Projekte in Weilheim unterstützen. Ab 25 000 Euro bietet die Sparkasse auch individuelle Namensstiftungen an. „Unsere Vermögensberater wurden speziell dafür geschult“, erklärte Direktor Koch bei der Urkundenunterzeichnung im Rathaus. Über die jährliche Verwendung der Erträge aus dem Stiftungskapital entscheidet der Stiftungsrat, der sich aus dem Bürgermeister und und vier Stadtratsmitgliedern zusammensetzt. 

Den Weilheimern wird laut Stiftungsberater Dieter Weisner mit der Bürgerstiftung „ein schönes Instrument an die Hand gegeben, ihr Vermögen für die Region zu hinterlassen“ und sich als Stifter dauerhaft gemeinnützig zu engagieren. Seit 17 Jahren werden in Deutschland Bürgerstiftungen eingerichtet, mit steigender Tendenz. 

Für Sparkassenchef Josef Koch wurde mit der „Premiere“ in Weilheim der Startschuss für die Gründung weiterer Bürgerstiftungen im Landkreis gegeben. So seien die Vorbereitungen in Penzberg, Peißenberg, Hugl- fing und Bernried schon weit fortgeschritten. Bei der Vorstellung der Bürgerstiftung in den Gemeinden war im Vorfeld auch Skepsis laut geworden. So hatten die Grünen im Weilheimer Stadtrat kritisiert, dass stiftungswilligen Bürgern nur ein Angebot unter dem Dach der Sparkasse angeboten wird.


Stiftungszwecke: In der Ernennungsurkunde sind für die Weilheimer Bürgerstiftung als Tätigkeitsfelder festgelegt: Öffentliches Gesundheitswesen, Jugend- und Altenhilfe, mildtätige Zwecke, Kunst und Kultur, Denkmalschutz und -pflege, Bildung und Ausbildung, Naturschutz und Landschaftspflege, Wohlfahrswesen, Ret- tung aus Lebensgefahr, Feuerschutz, Sport, Heimatpflege und -kunde, bürgerschaftliches Engagement für gemeinnützige und mildtätige Zwecke.

Von Maria Hofstetter

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