Bürgerversammlung in Peiting

Spät zum Thema Nummer eins

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 Diskussion über den Bürgerentscheid und zum Ausbau der Bahnhofstraße: Am Mikro Anwohner Nikolaus Albrecht.

Peiting – Zu später Stunde – es war schon nach 22 Uhr – rückte das Thema Nummer eins in Peiting, nämlich der Bürgerentscheid zum Erhalt der Bäume an der Bahnhofstraße, am Montagabend doch noch in den Mittelpunkt der Bürgerversammlung, die mit 180 Anwesenden in der Schloßberghalle so gut besucht war wie seit Jahren nicht mehr. Dabei kam es zu einer Kontroverse zwischen Bürgermeister Michael Asam und Reinhard Böttger, einem der Initiatoren. Und: Anwohner der Bahnhofstraße bekundeten in Wortmeldungen, dass sie die Ausbaupläne der Gemeinde richtig finden.

Dietmar Pohl, der in der Pfarreiengemeinschaft Peiting/Hohenpeißenberg als Diakon arbeitet und selbst Anwohner ist, befürwortet „als Baumschützer“ den Ausbau. Bestehende alte Bäume an der Bahnhofstraße würden nach 20 oder mehr Jahren eh absterben. Es komme bei der Maßnahme, wie sie die Gemeinde forciere, ja zu einer Neupflanzung.

Nikolaus Albrecht, der mit seiner Frau und zwei Kindern seit zwanzig Jahren an der äußeren Bahnhofstraße gegenüber dem Buchner-Gelände zu Hause ist, vertrat klar seine Meinung. Er forderte dazu auf, beim Bürgerentscheid „bittschön do s‘ Kreuzerl zu machen“, wo es zu einem Ausbau der stark frequentierten Straße kommt. Wenn es nach Albrecht und Pohl geht, soll also der Stift auf dem Wahlzettel im Kästchen Nein angesetzt werden. Wer das Bürgerbegehren der Initiative zum Erhalt der Baumallee unterstützen möchte und gegen einen Ausbau der Bahnhofstraße auf 6,5 Meter Breite mit parallelem Fußweg ist, der muss in der Kabine des Wahllokals oder bei der Briefwahl bei Ja ausfüllen.

Reinhard Böttger, einer der Wortführer des Bürgerbegehrens, bewertete das Verhalten von Bürgermeister Michael Asam als „ziemlich unfair“. Der habe auf der Bürgerversammlung zehn Minuten lang Partei für einen Ausbau der Bahnhofstraße ergriffen, obwohl er zu Beginn des Abends klar gesagt habe, ein Wahlkampf sei nicht erlaubt. Böttger sagte vor den 180 Zuhörern, man solle die 40 Bäume der Allee erhalten und müsse „nicht permanent einem Moloch Wachstum“ nachlaufen.

Bürgermeister Michael Asam erklärte zu Beginn der Bürgerversammlung, eine „Wahlpropaganda“ vor dem Foyer sei eigentlich nicht erlaubt. Aber da habe man ein Auge zugedrückt beim Verteilen von Zetteln, wie es Reinhard Böttger von der Bürgerinitiative „Erhalt der Bäume“ vorher getan habe.

Zum Vorwurf Böttgers, Asam habe als Bürgermeister den Rechenschaftsbericht zum Aufruf für ein Nein beim Bürgerentscheid genutzt, entgegnete der Rathauschef, es sei sein Recht und sogar seine Pflicht, im Jahresbericht über die Alternativen und Auswirkungen des Bürgerentscheids zu informieren. Dies gehöre „zur Aufklärung“ dazu. Asam bekräftigte, Wohnbau und Gewerbe im Osten Peitings könnten nur durch den Ausbau der Bahnhofstraße entwickelt werden mitsamt einem sicheren Fußweg.

Apropos Gewerbe: Christa Königstein, die an der Ferdinand-Reber-Straße wohnt, forderte in der Diskussion dazu auf, wegen eines Verbrauchermarktes im Bereich des Bahnhofs „dringend am Ball zu bleiben“. Reinhard Pantke richtete an Planer Roland Kindelbacher von der Firma WipflerPlan die Frage, wie denn auf der ausgebauten Bahnhofstraße der schnelle Verkehr ausgebremst werde. Antwort: Der neue Kreisel bei der Bäckerei Sesar leiste dazu einen Beitrag.

Johannes Jais

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