Bürgerwerkstatt entwickelt Ideen für Zukunft

Piazza in Peißenberg

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Anhand von Ortsplänen entwickelten die Besucher eigenständig Ideen zur Ortsentwicklung. Städteplaner Dr. Hans-Peter Dürsch und Bürgermeisterin Manuela Vanni schauten ihnen dabei über die Schulter.

Peißenberg – Die Marktgemeinde muss ein städtebauliches Entwicklungskonzept entwerfen. Nur dann gibt es Zuschussmittel aus dem staatlichen Fördertopf „Stadtumbau-West“.

Die wichtigsten Handlungsfelder, das wurde kürzlich bei einer „Bürgerwerkstatt“ deutlich, sollen dabei in der Gestaltung der Ortsmitte und der „Verkehrsentschleunigung“ liegen.

Obwohl es um Peißenbergs Zukunft ging und die Rathausverwaltung extra mit einem Flyer für die Veranstaltung geworben hatte, kamen nur rund 30 Besucher in die Tiefstollenhalle. Trotz der fehlenden Resonanz brachte die „Bürgerwerkstatt“ ein breites Spektrum an Ideen und Vorschlägen zu Tage. Zu Beginn der dreistündigen Veranstaltung skizzierte Städteplaner und Moderator Dr. Hans-Peter Dürsch mögliche Schwerpunkte: Der Architekt sprach von „mehr Urbanität“ im Bereich Bräuwastlhalle/ Krankenhaus, von einer Stärkung der Ortsmitte (Alte und Neue Bergehalde) durch den Ausbau des Freizeitgeländes unter anderem mit kulturellen Treffpunkten und Themenparks. Im Bereich der Schongauer Straße sollte nach Meinung Dürschs die Anbindung vom Wörth-Zentrum in den Einkaufspark verbessert werden. Auch stellte der Städteplaner fest, dass Peißenberg von der Nähe zur Metropolregion München und deren „unglaublicher Dynamik“ kaum profitiere: „Hier ist es relativ ruhig. Peißenberg ist nicht der Ort, in den bislang viele junge Familien aus dem Ballungsraum gezogen sind“, so Dürsch.

Die Besucher entwickelten aufgeteilt in Gruppen Leitmotive für die Ortsentwicklung und tüftelten eifrig an Maßnahmenkatalogen. Peißenberg soll „charmanter und bunter“, eine „Heimat zum Wohlfühlen für Jung und Alt“ sowie „ein Ort mit Perspektive“ werden. Was sich wie ein roter Faden durch die Veranstaltung zog: Die Verkehrsberuhigung an der Ortsdurchfahrt soll durch Fahrbahnverengungen, Tempolimits und die Schaffung mehrerer Plätze und Begegnungsstätten über die Bühne gehen.

Da war unter anderem von einer „lebensfrohen Piazza“ an der Saalkurve und am Rathaus sowie von Grünanlagen mit Alleencharakter die Rede. Ebenfalls auf der Liste standen ein Künstlertreff hinter dem Büchereigebäude und die „gastronomische Aktivierung des Kulturguts Bad Sulz“.

Kritisch äußerten sich die Besucher mehrheitlich über die Ausweisung eines großflächigen Gewerbegebiets am östlichen Ortsrand: „Wir wollen ja schöner werden“, so der Tenor. Welche Ideen am Ende tatsächlich in das städtebauliche Entwicklungskonzept einfließen, wird letztlich von der Kommunalpolitik entschieden. „Es war ein intensiver und guter Abend“, bilanzierte Bürgermeisterin Manuela Vanni die Ergebnisse der „Bürgerwerkstatt“: „Wir werden die Anregungen mit in den Gemeinderat nehmen.“

Von Bernhard Jepsen

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