Arbeiten für Planungswettbewerb bis 12. November in Weilheimer Stadthalle ausgestellt

Busbahnhof rückt näher

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Ausstellungseröffnung im Stadthallenfoyer mit zweitem Bürgermeister Horst Martin (2.v.li.) und einigen Preisträgern. Mehr Informationen zum Wettbewerb gibt es in der Bürgerversammlung am kommenden Mittwoch ab 20 Uhr in der Stadthalle.

Weilheim – Der Bahnhof ist für Ankommende die Visitenkarte einer Stadt. Nicht so in Weilheim, wo schwierige Verhandlungen die Planungen jahrelang auf Eis gelegt hatten. An Realisierungsvorschlägen und Ideen mangelt es nicht, wie der „Wettbewerb zur Neugestaltung des Busbahnhofs und Bahnhofsumfeldes“ zeigt. Ein Preisgericht hat aus 14 anonym eingereichten Arbeiten vier Preisträger ermittelt. Die Ideen von drei weiteren Verfassern, darunter ein Weilheimer Team, wurden mit „Anerkennungen“ honoriert.

Die Arbeiten der Gewinner und aller weiteren Teilnehmer dieses Wettbewerbs sind bis zur Bürgerversammlung am Mittwoch, 12. November, in der Weilheimer Stadthalle ausgestellt und können täglich – auch sonntags – von 13 bis 18 Uhr besichtigt werden. 

Platz 1 geht nach Berlin Das Preisgericht fand den Entwurf von Atelier PK Architekten, UT ARCHITECTS (Verfasser) und bbz Landschaftsarchitekten (Grünplanung), alle Berlin, am ausbaufähigsten. Auf Platz 2 folgen Maier Neuberger Architekten GmbH (Verfasser) und terra.nova landschaftsarchitektur (Grünplanung), München. 

Den 3. Preis gewann die Arbeit von Hinrich Wilkening Architekten Berlin (Verfasser), Berliner Landschaftsarchitekten GmbH Hahn Hertling von Hantelmann (Grünplanung), Fachplanern aus München und Modellbau aus Berlin. 

Platz 4 geht wieder nach München an Bohn Architekten (Verfasser), Rockinger Landschaftsarchitekten (Grünplanung und Christine Mang (Verkehrsplanung). 

Mit Rill + Lechner Architekten und Vogl + Kloyer Landschaftsarchitekten sicherte sich das Weilheimer Team eine von drei gleichrangig eingestuften „Anerkennungen“. 

Die von der Regierung von Oberbayern bezuschussten Preisgelder bewegen sich zwischen 29 000 Euro (1. Preis) und 5 500 Euro netto (Anerkennung). 

Bei der Ausstellungseröffnung im Stadthallenfoyer, zu der am Montag einige Preisträger, Wettbewerbsteilnehmer und Mitglieder des Preisgerichts erschienen waren, ging Jochen Baur, Vorsitzender des Preisgerichts, auf den Ablauf des Wettbewerbs ein, dem ein Bewerbungsverfahren vorausgegangen war. Dem mit der Auslobung beauftragten Münchner Architekturbüro Böhm Glaab Sandler Mittertrainer (BGSM) wurden 14 Entwürfe in Form von Plänen und Modellen eingereicht. Der Wettbewerb umfasste einen Ideenteil im Süden (Bereiche zwischen Bahntrasse und Münchener Straße, im Süden begrenzt von Schützenstraße bis Bahnhofsallee) und einen Realisierungsteil im Norden (Busbahnhof, Bahnhofsvorplatz, Bahnhofstraße, -allee). Um ein objektives Urteil zu erhalten, wurden den Teilnehmern Kennziffern vergeben. Wichtig waren im Bereich des zentralen Busbahnhofes die Lösungsvorschläge für die Haltestellen, Bereitstellungsflächen und den Schienenersatzverkehr. Sieben Arbeiten kamen in die engere Wahl. Das Gremium aus Architekten, Fachberatern und Sachpreisrichtern hatte sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. „Der Sitzungsmarathon dauerte bis tief in die Nacht hinein“, beschrieb Baur die Tagung des Preisgerichts am 28. Oktober. 

Der Wettbewerbssieger aus Berlin entwarf entlang der Bahn durch lineares Anordnen von Bike & Ride, Bahnhofsüberdachung, Baumpflanzungen und einheitlichem Bodenbelag ein neues „Weilheimer Bahnhofsband“. Es endet im Süden an der Einmündung zur Bahnhofsgasse mit einem Ärztehaus und einem Quartiersplatz, quasi als Eingang zu einem neuen Stadtquartier. 

Die Stadt wird nun im nächsten Schritt mit allen vier Preisträgern Verhandlungen führen. Über die weitere Realisierung des Busbahnhofs und die Neugestaltung des Bahnhofsumfeldes wird der Stadtrat intensiv diskutieren, kündigte der zweite Bürgermeister Horst Martin an, „um dann einen der Preisträger mit der Planung beauftragen zu können“. 

Bürgermeister Martin erinnerte bei der Ausstellungseröffnung daran, dass die Pla- nungen für den Busbahnhof bis in die 1980er Jahre zurückreichen und von langwierigen Grundstücksverhandlungen mit der Deutschen Bahn begleitet waren. 2007 hatte die Regierung von Oberbayern der Stadt empfohlen, einen zentralen Omnibusbahnhof in Bahnhofsnähe zu beantragen, um sich so Zuschüsse zu sichern und die Grundstücksverhandlungen zu forcieren. Von den 8,5 Millionen Euro geschätzten Kosten sagte die Regierung der Stadt Zuwendungen von drei Millionen Euro für einen zentralen Busbahnhof mit Park-and-Ride-Anlage zu. Nach dem Erwerb eines Grundstückes im Osten der Bahngleise im Jahr 2012 sei es dann „Schlag auf Schlag“ gegangen. Das Münchner Architekturbüro BGSM bekam den Auftrag, eine Wettbewerbsauslobung für die Stadt zu erstellen.

von Maria Hofstetter

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