Open Air-Konzert "Carmina Burana" und "Te Deum" auf dem Weilheimer Marienplatz

Probenmarathon läuft

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Bei der Probenarbeit: der Weilheimer Kirchenmusiker Jürgen Geiger.

Weilheim – „Schauen wir uns auf Seite neun bei Takt 30 die verminderten Akkorde an!“ Das ruft Jürgen Geiger vom Flügel aus den knapp 60 Sängerinnen und Sängern zu, die an diesem Samstag zur Intensivprobe in den kleinen Saal im Haus der Begegnung gekommen sind.

Geprobt werden an diesem Nachmittag abschließend noch Passagen aus dem „Te Deum“, das der Weilheimer Kirchenmusiker selbst geschrieben hat. Dieses Werk gelangt am Donnerstag, 23. Juli, beim großen Open Air-Konzert auf dem Weilheimer Marienplatz ebenso zur Aufführung wie die „Carmina Burana“ von Carl Orff.

„Die Triolen sind a bisserl zu schnell“, erklärt Jürgen Geiger. Er lässt den Text dazu sprechen, bevor die Noten gesungen werden. Ab Takt 41 verlangt er eine synkopische Betonung, wo es im Text „Dem ewig Erhabenen“ heißt. Auch das „Amen, Amen“ am Schluss des „Te Deums“ will der 39-jährige Dirigent erst mal exakt im Rhythmus gesprochen hören, bevor es mehrstimmig intoniert wird.

170 Sängerinnen und Sänger 

Die Spannung steigt von Tag zu Tag bis zu dem großen Ereignis am 23. Juli. Das große Chor- und Orchesterkonzert auf dem Weilheimer Marienplatz am Donnerstag, 23. Juli, um 20.30 Uhr ist bislang das aufwändigste Projekt, das der aus Apfeldorf stammende Kirchenmusiker in die Tat umsetzt.

170 Sängerinnen und Sänger werden auf der Bühne stehen. Zu den Frauen und Männern des Oratorienchores von Mariä Himmelfahrt gesellen sich auch 30 Sängerinnen und Sänger aus Landsberg, wo die „Carmina Burana“ von Orff einen Tag vorher, am Mittwoch, 22. Juli, zum Ruethenfest aufgeführt wird.

Und: Ebenfalls auf der Bühne stehen werden bei diesem Benefizkonzert zugunsten der Renovierung der Weilheimer Heilig-Geist-Kirche die Chorklassen des Weilheimer Gymnasiums. Die beiden Musiklehrerinnen Waltraud Brod und Gabi Neumann studieren die zwei Werke mit 70 Buben und Mädchen ein. Vier internationale Solisten komplettieren den großen Projektchor.

Für den Orchesterklang sorgt sowohl bei der Aufführung am Mittwoch in Landsberg als auch am Abend darauf in Weilheim die Symphonie Prag. Jürgen Geiger und sein Lehrer beziehungsweise Mentor Johannes Skudlik, der die Aufführung in Landsberg leitet, werden zu einer Probe in die tschechische Hauptstadt fahren, um dort sowohl das „Te Deum“ als auch Orffs „Carmina Burana“ zu proben. Die Generalprobe ist jeweils am Nachmittag vor der Aufführung. Das Orchester umfasst zirka 60 Musiker; besetzt sind auch Pikkolo, Xylophone und Pauken. 1200 Musikfreunde haben Platz auf dem Weilheimer Marienplatz. Möglich machen das einmalige Konzert auch Sponsoren; im Speziellen ist es der Förderkreis Musica sacra aus Weilheim mit dem Vorsitzenden Dr. Ulrich Bracker.

Sollte das Wetter einen Strich durch die Rechnung machen, wird die Aufführung am Donnerstag, 23. Juli, kurzfristig in die Weilheimer Stadthalle verlegt, wo zirka 700 Besucher Platz finden.

„Stimmen“ von Sängern 

Ebenso wie der Dirigent fiebern auch die Mitwirkenden aus dem Projektchor dem Großereignis entgegen. Wir haben „Stimmen“ gesammelt. „Einfach herrlich“ findet Karl-Josef Fischer, der im Bass singt, dieses „anspruchsvolle Projekt“.

Voller Vorfreude ist auch Horst Mansfeld, ebenfalls im Bassregister; er hat schon mal in Andechs bei einer „Carmina Burana“-Aufführung mitgewirkt. Deren Komponist Carl Orff wurde vor 120 Jahren geboren.

Zu den jüngeren Sängerinnen im Projektchor gehört Marianne Darchinger aus Magnetsried. Sie ist Orgelschülerin, nimmt bei Jürgen Geiger Unterricht. Die Hauswirtschafterin hat an der Berufsfachschule in Altötting die zweijährige Ausbildung zur Ensembleleiterin absolviert. Außerdem macht sie den C-Kurs als Kirchenmusikerin bei der Diözese Augsburg.

Seit März wird für das große Open-Air auf dem Weilheimer Marienplatz geprobt. Das „Te Deum“, das eine knappe Viertelstunde dauert und auf lyrischen Versen von Stadtpfarrer Engelbert Birkle basiert, hat Jürgen Geiger Anfang 2015 vertont.

Mit der Thematik des „Te Deums“ habe er sich schon lang befasst, gibt der Kirchenmusiker zu verstehen, der mit seiner Frau Rita drei Buben hat. Der ältere Sohn ist vier Jahre, der mittlere zwei. Erst Anfang Juni ist der jüngste Spross zur Welt gekommen.

Jürgen Geigers Ansatz ist gerade auch bei diesem Großprojekt, dass Musik „nie abgehoben sein darf“. Entscheidend sei die Freude am gemeinsamen Musizieren. Und wenn das noch Generationen übergreifend geschehe, sei das umso besser.

Von Johannes Jais

Ticketservice 

Die Freilichtaufführung mit dem „Te Deum“ und der „Carmina Burana“ am Donnerstag, 23. Juli, beginnt um 20.30 Uhr auf dem Weilheimer Marienplatz. Karten für die Freilichtaufführung gibt es in allen Kategorien nur noch an der Abendkasse, die ab 19 Uhr besetzt ist. Die Preise liegen je nach Kategorie zwischen 28 und 20 Euro, ermäßigt jeweils vier Euro weniger. Die Plätze in der Weilheimer Stadthalle, in die bei Schlechtwetter ausgewichen wird, sind bereits ausverkauft.

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