Carsharing im Pfaffenwinkel

Ein Modell mit Zukunft

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Richard Rieser (li.) und Erich Zimmermann vor den beiden Mazda 2, die per Carsharing in Peiting ausgeliehen werden können.

Peiting – Wer Carsharing hört, der denkt sofort an Großstädte. Tatsächlich erfreut sich das Prinzip des unkomplizierten Autoteilens in Metropolen wie München bereits hoher Beliebtheit. Dass Carsharing auch auf dem Land ein Erfolgsmodell mit Zukunft sein kann, zeigt das Beispiel von Ökomobil Pfaffenwinkel. Gerade erst hat der Verein in Peiting sein 21. Auto in Dienst gestellt.

Der Beginn der Erfolgsgeschichte liegt schon eine Weile zurück. 2000 startete Ökomobil Pfaffenwinkel in Weilheim mit seiner Idee, Fahrzeuge gegen Geld zur Verfügung zu stellen. Aus sechs Teilnehmern sind mittlerweile 270 geworden, die das Angebot regelmäßig nutzen. Allein für das Jahr 2015 verzeichnete der Verein 2960 Buchungen. In sieben Städten und Gemeinden, darunter Schongau und Peiting, ist das Carsharing-Projekt aktuell in der Region vertreten. Und die Nachfrage steigt. „Es gibt immer mehr, die sich mit der Idee anfreunden können“, sagt der Vereinsvorsitzende Erich Zimmermann.

Das liegt vor allem am finanziellen Aspekt. Wer unter 10 000 Kilometer im Jahre mit dem eigenen Auto fahre, rechnet Zimmermann vor, komme beim Carsharing günstiger weg. „Wir haben viele Teilnehmer, die wegen uns auf ihren Zweitwagen verzichten konnten“, erklärt der Vorsitzende.

Wer den Dienst in Anspruch nehmen will, muss als erstes eine Kaution von 511 Euro hinterlegen und einen Vertrag unterschreiben. Hinzu kommen eine einmalige Aufnahmegebühr (51 Euro) sowie ein monatliches Bereitstellungsentgelt von zehn Euro. Je nach Klasse des Fahrzeugs kostet die angefangene Stunde zwischen zwei und 2,60 Euro. Jeder gefahrene Kilometer schlägt mit 26 bis 32 Cent zu Buche (ebenfalls abhängig von der Fahrzeugklasse). Die Kosten fürs Benzin sind hierbei schon eingerechnet. Neben dem Regeltarif bietet der Verein noch einen Einsteigertarif an. Hier ist die Kaution mit 350 Euro deutlich günstiger, dafür sind die Gebühren für die Fahrzeugnutzung teurer. Gebucht werden können die Autos, die alle vollkaskoversichert sind, bequem übers Internet.

Gelungene Kooperation

Der neueste der insgesamt 21 Wagen steht übrigens im Hof der Mittelschule in Peiting. Es ist ein roter Mazda 2 und bereits das dritte Auto, das der Verein vom Peitinger Autohaus Rieser bezogen hat. Richard Rieser freut sich über die Kooperation, er sieht anders als manch anderer Händler das Carsharing nicht als Konkurrenz zu seinem Geschäft. „Es ist eher eine Win-Win-Situation“, sagt er mit Blick auf den Werbeschriftzug auf dem Auto. Bereits seit längerem arbeitet das Autohaus zudem bei der Wartung mit dem Verein zusammen.

Wer sich für das Carsharing-Modell interessiert, kann sich an Erich Zimmermann (Tel. 0881/4178334) wenden. Weitere Informationen gibt es auch auf der Internetseite www.carsharing-pfaffenwinkel.de.

Christoph Peters

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