Christine Lang über ihre Arbeit, eine positive Grundeinstellung und die Zukunftspläne

"Ich habe schon Ideen und Pläne"

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Christine Lang ist voller positiver Energie und genießt im Moment ihre freie Zeit.

Weilheim – Für Christine Lang und das Gesundheitsamt ist eine Ära zu Ende gegangen. 37 Jahre lang prägte sie das Amt, die Gesundheitsförderung und ihr Arbeitsumfeld auf positive Weise. In einem Gespräch blickte Lang auf ihre Arbeit zurück und erzählte, wie es nun für sie weiter geht.

Der Start in das Berufsleben und der Weg zum Gesundheitsamt verliefen für Christine Lang nicht ganz geradlinig. „Ich habe zuerst eine kaufmännische Lehre in Bad Kohlgrub absolviert und in dem Beruf gearbeitet. Aber, das war nicht das Richtige für mich. Ich wollte im Bereich der sozialen Arbeit tätig sein.“ Daher entschied sie sich für eine Ausbildung in Weilheim, besuchte die FOS und fing als Sozialpädagogin im Gesundheitsamt an. „Ich habe mir nicht vorgenommen, 37 Jahre dort zu arbeiten. Am Anfang dachte ich, schaust halt mal ein paar Jahre. Doch mir hat die Arbeit so viel Spaß gemacht, dass ich geblieben bin. Es ist ein wirklich spannender Beruf. Ich wusste, dass ich die soziale Arbeit mag, aber mir war nicht von Anfang an klar, dass ich mit meinem zweiten Beruf meine Berufung gefunden habe. Das kann ich im Rückblick sagen.“

Im Gesundheitsamt leistete Lang Pionierarbeit. „Als ich anfing, befand sich gerade vieles im Umbruch. Frauen waren bis zu dieser Zeit als Fürsorgerinnen stark pflegerisch tätig.“ Dieser Aspekt, wie auch andere, haben sich bis heute grundlegend geändert. „Als Sozialpädagogin geht es darum, den Menschen zu helfen, dass sie sich selbst helfen können.

Zu ihren Aufgabenfeldern im Amt gehörten unter anderem die Schwangerenberatungsstelle, die Gesundheitsförderung und Prävention sowie immer wieder einzelne Aktionen. Ein besonderes Anliegen war ihr das Thema Frauengesundheit.

Prägend in all ihren Tätigkeiten und auch heute noch sind ihre positive Grundeinstellung, die Hilfsbereitschaft und ein lösungsorientierter Ansatz von Problemen. „Mir ist wichtig zu schauen, wo die Stärken eines Menschen liegen. Dort kann ich dann ansetzen. Pauschales hilft nur, einen Fall einzuordnen. Aber um jemandem wirklich zu helfen, ist es wichtig, den Einzelfall zu sehen.“

Auf die Frage, was denn die Schattenseiten ihrer Tätigkeiten im Amt waren, meinte Lang: „Die Schattenseiten waren oft die Schattenseiten der Gesellschaft. Ich finde es schade, wenn Menschen nicht aus ihrer Situation herauskommen oder die Hilfe nicht ankommt.“

Für sie selbst war es immer wichtig, die Machbarkeiten und Grenzen im Amt auszuloten. „Mich reizt zu schauen, was geht. Nicht alles war immer perfekt im Amt, aber dort wo es Freiräume gab, habe ich versucht diese zu nutzen. Gesundheitsförderung hatte zum Beispiel nicht immer den Stellenwert, den es heute hat. Das war eine Entwicklung und diese ist gut und wichtig. Und, wenn ich mal privat oder beruflich gegen eine Mauer gerannt bin, ist das nicht schön, aber es kommt vor. Was ich nicht mag, ist dann in einer Negativspirale zu versinken. Ich bin dann gefordert, die Situation zu ändern soweit es eben geht.“

Wie sehr ihre positive Einstellung und Arbeit geschätzt wurden, zeigte sich auch bei der Verabschiedung aus dem Amt. In einem Lied der Kollegen heißt es unter anderem „dein Rat ist wahrlich sehr begehrt, er ist Goldes wert“.

Wie es nun für sie weiter geht? „Momentan genieße ich es, Zeit zu haben. Ich möchte mir auch die Zeit geben, das Kapitel zu beenden. Aber ich habe auch schon einige Ideen, wie es weiter gehen könnte. Da ich einen fließenden Übergang zwischen Arbeit und Rente gut finde, werde ich bald für die Regierung die Überprüfung von Schwangerenberatungsstellen übernehmen. Mein Wissen ist ja nicht weg und ich kann es noch zur Anwendung bringen.

Ansonsten habe ich jetzt mehr Zeit für Gespräche mit Freunden, meinen Schrebergarten und ich würde auch gerne mehr nähen. Aber ich schaue noch, wie es genau weitergeht. Ich bin gerade in einer Übergangsphase und die Dinge, die für mich von Bedeutung sind, haben mich schon immer gefunden. Das ist einfach eine Frage der Offenheit.“

von Melanie Wießmeyer

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