Spezialisten erklären, wie Firmeninterna ausspioniert und Prozesse virtuell sabotiert werden

Wirtschaftsspionage im Handwerk

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Worauf muss ich achten, und wie schütze ich meinen Betrieb vor einer Ausspähung? Alexandra Pollag (li.) gab konkrete Tipps zur Vermeidung.

Weilheim – „Sie werden heute mit der Erkenntnis rausgehen, dass es nichts gibt, was es nicht gibt. Cyberkriminalität und Wirtschaftsspionage sind Realität, und das Schlimmste: Sie merken es nicht“, sagte Heinrich Traublinger, MdL a. D. und Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern.

Cyberattacken und Wirtschaftskriminalität sind gefürchtet. Um Handwerksbetriebe und mittelständische Unternehmen im Oberland für solche Angriffe zu sensibilisieren, hatte die Handwerkskammer für München und Oberbayern zum Vortragsabend in das Bildungszentrum an der Kerschensteiner Straße eingeladen. Als Referenten wurden hochkarätige Spezialisten des Verfassungsschutzes und Landeskri- minalamtes (LKA) gewonnen. 

Sandra Pollag erläuterte aus Sicht des Verfassungsschutzes, wie herrenloser USB-Stick, Minikamera, präparierte Steckdose und Kuli zur möglichen Gefahrenquellen werden. Noch gefährlicher sei der leichtfertige Umgang mit dem Internet. „Sie haben etwas, was andere wollen. Machen Sie sich Gedanken, was in Ihrem Betrieb wichtig ist. Geben Sie Ihren Mitarbeitern Richtlinien in die Hand. Heute sind paradiesische Zeiten für Sammler“, klärte Pollag auf. Der Vortrag von Kriminaloberkommissar Michael Sickinger vom LKA reichte, um die Gäste das Fürchten zu lehren. „Die Fälle von Internetkriminalität sind seit 2007 von 6 000 auf über 10 000 jährlich angestiegen. Nur 2 000 davon wurden aufgeklärt. 2012 gab es deutschlandweit 15 Mio. Betroffene. 

Der Schaden betrug 2,83 Mrd. Euro, mit steigender Tendenz“, so Sickinger, der vor manipulierten, „echt“ wirkenden Websites warnte. „Schalten Sie stets das Hirn ein“, empfahl er. Schützen könne man sich durch die Verschlüsselung wichtiger Daten, mit Firewalls, mehreren Benutzerkonten, Backups, Sicherheitsupdates und Monitoring. 

Moderator Jens Christopher Ulrich fasste ironisch zusammen. „Sie haben uns heute richtig Mut gemacht. Das ist ja bodenlos.“ „Bloß gut, dass ich keine Geheimnisse auf dem Rechner habe“, stimmte ihm ein Zimmerer- und Schreinermeister aus Starnberg zu. Von Georg Müller

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