"Das Problem sind die Raser" – Nein zur Kirchplatzsperrung – Ja zu verkehrsberuhigenden Maßnahmen

Die Sperrung des Kirchplatzes ist möglicherweise bald Vergangenheit. Bei einer Anliegerversammlung am vergangenen Mittwoch sprach sich eine deutliche Mehrheit für deren Aufhebung aus. Endgültig entschieden wird am 24. November in der Sitzung des Verkehrsausschusses.

„Das Problem sind rücksichtslose Autofahrer“, betonte Bürgermeister Markus Loth zu Beginn der Versammlung. Aus diesem Grund habe man den Platz vom 30. Juli an probeweise gesperrt. Am 31. August waren 1300 Unterschriften im Rathaus eingegangen – von Gegnern der Sperrung. Die Stadt bemühe sich, für alle Anlieger, also Anwohner, Geschäftsleute und deren Kunden, eine verträgliche Lösung zu finden, wie Ordnungsamtsleiter Andreas Wunder erklärte. Um die Auswirkungen auf die Innenstadt festzustellen, habe man die Verkehrsfrequenzen vor und während der Sperrung gemessen. Bei einer Gegenüberstellung der Zahlen habe sich gezeigt, dass nicht weniger Verkehr durch diesen Bereich rollt, sondern er sich nur anders verteilt. So waren es vor der Sperrung 2313 Autos, die täglich die Pöltnerstraße durchfuhren, nachher nur noch 1321. „Die 992 Autos weniger sind nicht verschwunden, sondern fahren jetzt durch die Hofstraße“, berichtete Wunder. Dort wurden vor der Sperrung 284, nachher 1243 Fahrzeuge gezählt. Kurt Dörr von der Agenda 21, Arbeitskreis Mobilität und Verkehr, äußerte sich gegen eine vorzeitige Aufhebung der Sperrung: „Für die Probe waren sechs Monate anberaumt, die wir einhalten sollten, um in der Betrachtung die Jahreszeiten berücksichtigen zu können.“ Erich Stöppel von der gleichnamigen Buchhandlung sagte, er könne mit beiden Lösungen leben. „Allerdings sei es bei der Öffnung für den Verkehr dringend notwendig, durch entsprechende Vorrichtungen den Verkehr abzubremsen. „Zu mir in den Laden kommen viele kleine Kinder. Wenn die den Laden verlassen und wieder mal ein Auto vorbei rast, bleibt mir jedes Mal fast das Herz stehen“, berichtete Stöppel. kgs

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