Demenzkranke besser versorgt – Alzheimer Gesellschaft startet Betreuungsprojekt am Weilheimer Krankenhaus

Elisabeth Ulmer, Geschäftsführerin der Krankenhaus GmbH im Landkreis (5.v.re.), und Günter Ehle, Pflegedienstleiter im Weilheimer Krankenhaus (2.v.re.) freuen sich über die Unterstützung durch das Projekt, das Petra Stragies, Vorsitzende der Alzheimer Gesellschaft Pfaffenwinkel (6.v.re.), und Vlasta Dostalova, zweite Vorsitzende (3.v.re.), leiten. Foto: Wäspi

Es hat Modellcharakter, das neue Projekt, das zum Jahresbeginn im Weilheimer Krankenhaus angelaufen ist, denn erstmals werden ehrenamtliche Helfer miteinbezogen bei der Betreuung demenzkranker Patienten während ihres Aufenthaltes.

Die Versorgung Demenzerkrankter im Krankenhaus stellt eine besondere Herausforderung dar für alle Beteiligten, die oftmals an den Rand ihrer Möglichkeiten gedrängt werden, weiß Petra Stragies, Vorsitzende der Alzheimer Gesellschaft Pfaffenwinkel. Verwirrtheit, permanente Unruhe oder fehlende Einsicht in Behandlungsabläufe sind einige der Erscheinungen, die Angehörige wie auch medizinisches Personal zu bewältigen haben und am Ende verlassen die Patienten die Krankenhäuser oft in schlechterem geistigen Zustand als bei der Aufnahme. Um die Versorgung dieser Patienten während des Krankenhausaufenthaltes zu verbessern, hat die Alzheimer Gesellschaft das Projekt „Menschen mit Demenz im Krankenhaus“ gestartet. Das Ziel des Vorhabens, das vom Landesverband koordiniert und bayernweit an sieben Krankenhäusern durchgeführt wird, ist dabei sehr vielschichtig. Zwölf ehrenamtliche Helfer werden betroffene Patienten und deren Angehörige fortan begleiten, sei es beim Gang von der Station zum Röntgen oder bei der Unterstützung für Angehörige in Fragen zur Pflege im Alltag. „Dabei war es uns wichtig, dass unsere Helfer Vorkenntnisse haben und sicher sind im Thema Demenz“, ließ Vlasta Dostalova, zweite Vorsitzende, keine Zweifel über die Kompetenz der Helfer offen. Doch bei Vorkenntnissen bleibt es nicht, die Helfer werden im weiteren Verlauf des Projektes gezielt geschult. Unterrichtseinheiten sind auch für das Pflegepersonal im Krankenhaus vorgesehen, das für die besonderen Bedürfnisse demenzerkrankter Patienten noch mehr sensibilisert werden soll. Durch das Projekt wird dem Personal auch ein Stück weit Arbeit von den Schultern genommen. „Wir sind um jede Hilfe froh“, begrüßt Elisabeth Ulmer, Geschäftsführerin der Krankenhaus GmbH im Landkreis, das Projekt, „denn es profitieren beide Seiten und wir unterstützen uns gegenseitig.“ Besonders schätzt sie auch die Nachbetreuung der Patienten durch die Gesellschaft, „denn beim Krankenhausaufenthalt bleibt es ja nicht.“ Um den Einsatz für die Ehrenamtlichen möglichst unkompliziert zu gestalten, erstellt die Alzheimer Gesellschaft Dienstpläne, die auch Nachteinsätze einkalkulieren. Zwar soll sich im Idealfall ein Betreuer immer demselben Patient widmen können, „doch wir müssen alle flexibel sein, sonst ist so eine Sache nicht möglich“, ist sich eine Helferin der Verantwortung bewusst. Das Krankenhauspersonal verständigt mit Einverständnis der Angehörigen die Alzheimer Gesellschaft, die sodann die Helfer vermittelt. Angehörige können sich aber auch von sich aus an das Pflegepersonal wenden. Das Projekt läuft bis Ende Dezember. „Dann“, so Ulmer, „werden wir entscheiden, wie es weiter geht. Aber sicher geht’s gut“.

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