"Den Teufelskreis knacken" Schüler versetzten sich im "missio Aids-Truck" zum letzten Mal ins Leben eines Aids-Kranken

Das Team um den „missio Aids-Truck“: Nina Fritsche, Petra Regauer, Regina Frautvetter, Kathrin Weckmann (Lehrerin Realschule) und Christina Lang vom Gesundheitsamt. Fotos: Jazbec

„Die Ausstellung ist sehr interessant. Ich habe das Leben von Charles durch die Geschichte auf der CD und den vielen Räumen miterleben können.“

Monika Helmenstein und ihre Freundin Anne Hoyer gehen beide in die achte Klasse der Realschule in Weilheim und konnten sich am Donnerstag im „missio-Aids-Truck“ für eine halbe Stunde in das Leben eines Mädchen oder Jungen mit der Krankheit Aids hineinversetzen. Mit Kopfhörern geht es nach Südafrika in die Townships von Johannesburg. Dort treffen die Mädchen auf Charles und den Missionar Martin. Charles bezeichnet sich selbst als Traumtänzer, da er in einer Hip-Hop- Gruppe tanzt. Er ist aber sehr krank, denn er infizierte sich bei seinem Freund Archie mit Aids. Vor kurzem war er noch bei seiner Beerdigung. „Archie hatte sich bei einem Mädchen mit der tödlichen Krankheit infiziert“, erklärte Charles. Sie hatte wahrscheinlich durch Prostitution Geld verdienen müssen, um ihre Geschwister zu ernähren, da ihre Eltern an Aids gestorben sind. Aids macht die Armut eben noch schlimmer. „Das ist ein Teufelskreis, der geknackt werden muss“, sagte Martin. Die beiden Mädchen werden vom „Marktplatz“ in das „Shack“, ein kleines mit Coca Cola-Flaschenaufkelbern tapeziertes Zimmer, geführt. Dort liegt eine kleine Kiste mit der Baseball-Kappe von Archie. „Das soll ein Andenken an ihn sein“, sagte Charles. Er fragte die beiden Mädchen, was sie ihrer besten Freundin hinterlassen würden. Das konnten sie dann in ein kleines Heft eintragen. Weiter ging es in die afrikanische Gesundheits-Stätte. Der Gang ist recht leer, außer einer Flasche Medizin ist dort nicht viel zu finden. In der deutschen Arztpraxis in Afrika sieht das ganz anders aus. „Dieser Unterschied hat mich schon sehr überrascht“, meinte Mona. Am Ende kommen die Mädchen in ein Zimmer mit vielen Fotos von jungen und alten Menschen. „Sie alle empfinden Trauer und Sehnsucht“, sagte Charles. Die Mädchen hatten da die Möglichkeit, einen Zettel an eine geliebte verstorbene Person zu schreiben und aufzuhängen.

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