Musiker will auf dem Gut Schutzräume für traumatisierte Kinder schaffen und Flüchtlinge beherbergen

Dietlhofen wird Sitz der Peter Maffay Stiftung

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Die Gutskapelle als soziale Begegnungsstätte: Peter Maffay, der künftig selbst viel Zeit in Dietlhofen verbringen will, hat die Vision eines europaweiten Jugendaustausches  und Symposien seiner Stiftung vor Augen. Mehr Fotos unter www.kreisbote.de.

Weilheim – Das nördlich von Weilheim gelegene Gut Dietlhofen wird zum „physischen Zentrum aller Aktivitäten der Peter Maffay Stiftung“. Das gab der in Tutzing wohnhafte Musiker bei einer Ortsbesichtigung bekannt. Unabhängig von der Stiftungsarbeit werden hier ab Mitte Dezember – vorerst für ein Jahr – bis zu 25 Flüchtlinge eine Herberge finden.

Großes Medienaufgebot mit zahlreichen Film- und Kamerateams herrschte am Dienstag auf dem idyllisch gelegenen Gut, als der 66-Jährige sein Konzept präsentierte. Maffay hat das 77 Hektar große Anwesen mit Gästehaus, Gutskapelle, Hofladen und Landwirtschaft von der Hilfsorganisation Nehemiah Gateway gekauft. „Das Gut Dietlhofen ist noch ein bisschen abenteuerlich für uns“, bekannte Maffay, der sich überrascht von dem Medienrummel zeigte. Es biete „optimale Voraussetzungen“, um benachteiligten und traumatisierten Kindern und Jugendlichen einen Schutzraum zu bieten, ging der Künstler auf die Ziele seiner im Jahre 2000 gegründeten Stiftung ein. „Dietlhofen ist gut erreichbar und liegt nah an unserem Zentrum Tutzing. Wir werden das Anwesen schön beleben können“, versprach er.

Maffay Stiftung in Dietlhofen

Für die therapeutischen Aufenthalte von 20 Kindern und Jugendlichen werden die entsprechenden Räumlichkeiten geschaffen. „Mitten in der Natur“ können die jungen Gäste auf Zeit in Dietlhofen mit der aktiven Landwirtschaft und den Tieren in Berührung kommen und neues Selbstbewusstsein gewinnen. Dieses Konzept habe sich bereits in den anderen Einrichtungen der Stiftung in Jägersbrunn bei Starnberg, auf Mallorca und in Rumänien bewährt, berichtete Maffay, der mit seinen Eltern 13-jährig aus Rumänien nach Deutschland gekommen ist.

Die Landwirtschaft auf Gut Dietlhofen – Maffay: „ein elementarer Faktor“ – soll gestärkt werden. Erhalten bleiben auch der Hofladen, der beliebte Adventsmarkt und die Bisons auf den Weiden. Langfristig könnte der Gutsbetrieb Ausbildungs- und Praktikumsplätze – auch für Flüchtlinge – bieten. Besonderen Wert legt die Stiftung auf den schonenden Umgang mit Ressourcen.

"Ein Glücksfall für Weilheim"

Stadt Weilheim begrüßt Flüchtlingsunterkunft auf Gut Dietlhofen

Mitte Dezember werden auf Gut Dietlhofen 20 bis 25 Flüchtlinge einziehen. „Unsere Kapazitäten sind dann voll ausgeschöpft. Die Asylbewerber sollen hier Luft holen können von den Strapazen ihrer Flucht“, sagte Peter Maffay. Er hofft, dass dem Gut Familien mit Kindern zugewiesen werden, da diese „viel Platz finden für ihr erstes Ankommen“.

Die Absprachen mit den Behörden sind getroffen. Als Obolus für das Bereitstellen des Wohnraumes wurde für das gesamte Wohnhaus „ein symbolischer Euro“ genannt. Zum Transfer in die Stadt wird ein Bus organisiert, stellte Albert Luppart, Geschäftsführer der Maffay Stiftung, in Aussicht. Ein Sicherheitspersonal wird nicht angestellt und eine enge Zusammenarbeit mit dem Helferkreis angestrebt, hieß es.

Angelika Flock, Weilheims dritte Bürgermeisterin, war mit Stadtbaumeisterin Andrea Roppelt und Bauverwaltungsleiter Manfred Stork zur Pressekonferenz erschienen. Flock bezeichnete das Angebot der Maffay Stiftung als „echten Glücksfall für Weilheim“ und als beispielhafte Integration. Dass die Stiftung das Gut übernommen hat „und hier Gutes tut“, zeige, „dass Peter Maffay das Herz am rechten Fleck hat“.

Auf die Frage eines Journalisten, ob die zunächst für ein Jahr geplante Aufnahme von Asylbewerbern verlängert werden könne, hielt sich Maffay bedeckt. „Das können wir jetzt noch nicht beantworten, aber wir schließen es nicht aus“, gab er zu verstehen.

Von Maria Hofstetter

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