Trauer um "Ditti" Buchheim

Witwe des Kunstsammlers ist tot

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Das Ehepaar Buchheim im Gespräch mit Dr. Thomas Goppel.

Bernried/Feldafing – Diethild ("Ditti") Buchheim, Stifterin und langjährige Vorstandsvorsitzende der Buchheim Stiftung, ist am 8. März in ihrer Wahlheimat am Starnberger See verstorben. Bis zuletzt geistig hellwach, trug die 91-Jährige mit Fleiß und Diplomatie zum Erfolg ihres 2007 verstorbenen Ehemannes Lothar-Günther Buchheim bei. Dessen Lebenstraum hatte sich mit dem Buchheim Museum in Bernried erfüllt, das bedeutende Werke des Expressionismus zeigt.

Stiftungsrat und Vorstand der Buchheim Stiftung gaben bekannt, dass Diethild Buchheim nach einer schweren Lungenentzündung verstorben ist. 

Gemeinsam mit ihrem Ehemann Lothar-Günther Buchheim, Kunstsammler, Maler und Schriftsteller ("Das Boot"), mit dem die gelernte Buchhändlerin bis zu dessen Tod im Jahre 2007 eine symbiotische Lebens- und Arbeitsgemeinschaft gebildet hatte, führte sie den im Jahre 1951 gegründeten Buchheim Verlag in Feldafing. Hier entstanden, neben wichtigen kunsthistorischen Publikationen, auch ihr Buch „Dittis Blätterbilder“, in dem ihre aus gepressten Blättern geformten bizarr-komischen Tierbilder vorgestellt werden. "Als 'Frau an seiner Seite' aber hat sie maßgeblich und mit unermüdlicher Energie an der Verwirklichung des Lebenstraumes Lothar-Günther Buchheims gearbeitet: die private Sammlung bedeutender Hauptwerke des deutschen Expressionismus in eine Stiftung einzubringen und in einem 'Museum der Phantasie' der Öffentlichkeit zu zeigen", heißt es im Nachruf der Buchheim-Stiftung. Für das 2001 in Bernried eröffnete Museum der Phantasie und für die Buchheim Stiftung habe sie bis zuletzt "mit Vitalität, wachem Verstand, Kreativität und dem ihr eigenen Witz gearbeitet".

Nach Lothar-Günther Buchheims Tod traf seine Witwe organisatorisch und mit wohl durchdachten Änderungen im Museumsbereich Vorsorge für die Stiftung und das Museum. "Ditti Buchheim ließ sich in ihrer Gelassenheit die Taktgeschwindigkeit nicht von außen vorgeben", würdigt sie der Vorstand der Buchheim Stiftung. Wichtig sei ihr stets gewesen, dass das Buchheim Museum bei allen Änderungsvorschlägen Buchheims “Museum  der Phantasie" bleibt und sich in diesem Sinne weiterentwickelt. 

Dem neuen Museumsdirektor Daniel J. Schreiber hatte die Verstorbene - durch ihre Initiative - für die Chagall-Ausstellung aus den eigenen Beständen zu einem guten Start verholfen und damit Besuchern, Museumsmitarbeitern und sich selbst mit dieser Ausstellung ein Abschiedsgeschenk gemacht. "Wir werden sie sehr vermissen", äußerten sich Kurt Faltlhauser und Burkhard Stich vom Stiftungsvorstand in ihrem Nachruf.

Maria Hofstetter

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