Das Dorf, ein Ort zum Leben und mit Zukunft – Böbing und Herzogsägmühle kämpfen um einen Platz bei "Unser Dorf soll schöner werden"

In Böbing kam die Jury vor dem Gemeindeamt zusammen und ließ sich von Bürgermeister begrüßen. Foto: Sommer

Morgen wird bekanntgegeben, welcher Ort sich gut platzieren konnte oder sogar am Bundesentscheid „Unser Dorf soll schöner werden“ teilnehmen wird – Böbing oder Herzogsägmühle. Vergangenen Donnerstag nahm eine zwölfköpfige Fachkommission mit Vertretern aus Architekten, Gartenbauern vom Bauernverband und aus dem Landkreistag beide Dörfer unter die Lupe.

„Ein Ort zum Leben“, so sieht sich der Peitinger Ortsteil Herzogsägmühle. 900 Menschen leben hier, wobei das Dorf nicht nur eine besondere Geschichte, sondern auch eine besondere Aufgabe hat: Ein Ort für Menschen, die auf Hilfe und Begleitung angewiesen sind. Diese besondere Einrichtung hoben gleich zu Beginn Bürgermeister Michael Asam und auch Landrat Dr. Friedrich Zeller hervor. Sie hatten die Kommission unter der Leitung von Ministerialrat Anton Hübl im Reiner-Endisch-Saal begrüßt. Insgesamt 15 Orte in ganz Bayern hatten im vergangenen Jahr den Sprung in den Landesentscheid „Unser Dorf soll schöner werden – Unser Dorf hat Zukunft“ geschafft. Darunter auch Herzogsägmühle und Böbing, die beiden einzigen Orte aus Oberbayern. Nun ging es darum, sich abermals zu präsentieren, den Ort, vor allem die schönen Ecken darzustellen und das dörfliche Miteinander. Dabei lag das Hauptaugenmerk der Kommission, die einen ganzen Tag vor Ort weilte, auf den Schwerpunkten wirtschaftliche Initiativen, soziale und kulturelle Aktivitäten, Bau- und Grüngestaltung und -entwicklung sowie „Das Dorf in der Landschaft“. Den Anfang der Besichtigung machte der Peitinger Ortsteil, der für seine sozialen Projekte bekannt ist. Der Leiter der Herzogsägmühle Wilfried Knorr übernahm persönlich die Führung, zunächst virtuell per Power-Point-Präsentation, anschließend zu Fuß und mit dem Bus. Vorbei ging es an modernen und optisch wie architektonisch schönen Funktionsbauten und Wohngebäuden, hinauf zum kleinen Friedhof der Gemeinde, der im jungen „Diakoniedorf“ ebenso eine Rolle spielt wie der Mühlen-Markt, wo die Bewohner einkaufen gehen. Tradition bewahren Während in Herzogsägmühle die Zukunft dominiert, scheint es, als wäre die Zeit in Böbing stehen geblieben. Hier setzt man auf Erhalt und Bewahrung bei den Traditionen, den Vereinen, den Gebäuden, wie Bürgermeister Peter Erhard nicht müde wurde zu erwähnen. Wo Altes nicht erhalten werden kann, wird das Neue stark daran angelehnt, wie etwa das Scheiberhaus, welches der Mittelpunkt des Dorfes an der Kirche ist. „Nichts, was es im Ort nicht zu kaufen gibt, fast keine Dienstleistung, für die man den Ort verlassen muss“, sagte Erhard. Es gebe eine aktive Dorfgemeinschaft, Jung und Alt beteiligten sich aktiv am Vereinsleben, erfuhren die Mitglieder der Kommission, die sich ihre Gedanken machte über den 1 700-Einwohner Ort. Es galt eine Entscheidung zu treffen, wie die beiden Orte sich platziert haben und ob sie nicht sogar an dem Wettbewerb auf Bundesebene teilnehmen werden. Erhard führte die Kommission durch seinen Ort. Los ging es am Gemeindeamt, wo die Pläne für die Dorfentwicklung ausgestellt waren. Hier stellten sich auch die Mitglieder der Bewertungsjury vor. Mit einem Bollerwagen, auf dem die Entwicklung des Dorfes dokumentiert wurde, ging es durch Böbing. An der Grundschule konnten die Mitglieder sich ein Bild von der Betreuung ebenso machen, wie von der Gemeindebücherei, die hier untergekommen ist. Vorbei an der Kirche Böbings ging es durch das Dorf. So erfuhren die Jury-Mitglieder auch, dass die Vereine alle im Dorf einkaufen müssen, Vereinsfeiern im Scheiberhaus stattfinden und wer Geburtstag feiert, dies in den Gasthöfen tun kann. In der Schongauer Wochenendausgabe des Kreisboten berichtet Redakteur Christoph Peters über den Sieger des Wettbewerbs „Unser Dorf soll schöner werden – Unser Dorf hat Zukunft“.

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